Vor der dritten Geberkonferenz für Syrien hat die Hilfsorganisation Oxfam mehr Hilfen für Flüchtlinge gefordert. Die Regierungen dürften die steigende Zahl syrischer Flüchtlinge nicht im Stich lassen, forderte die Hilfsorganisation in einer Erklärung. Darin kritisiert Oxfam, dass die Nothilfeaufrufe der UN und des Roten Kreuzes für 2015 im ersten Quartal bisher nur zu 9,8 Prozent finanziert worden seien.

Oxfam schätzt, dass 2015 umgerechnet rund 8 Milliarden Euro benötigt werden, um 18 Millionen Menschen in Syrien und den benachbarten Ländern zu unterstützen. Die Geberstaaten treffen sich am Dienstag in Kuwait, um über die Bereitstellung weiterer Mittel zu beraten. 

Sollten keine zusätzlichen Hilfen aufgebracht werden, könne dies verheerende Folgen für Millionen Menschen haben. "Internationale Regierungen müssen in Kuwait alles daransetzen, die Krise zu wenden und den Flüchtlingen eine Perspektive zu geben", sagt Oxfams Syrienreferent Robert Lindner.

Auch die Präsidentin der größten Hilfsorganisation der Welt, des Welternährungsprogramms WFP der Vereinten Nationen, ist besorgt. Ertharin Cousin sagte der Süddeutschen Zeitung, das Geld für syrische Flüchtlingen in Jordanien reiche nur noch bis April.

Deutschland soll mehr Flüchtlinge aufnehmen

Oxfam bemängelt, dass zahlreiche Staaten bislang zu wenig syrische Flüchtlinge aufgenommen und sich gemessen an ihrer wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit nicht ausreichend an der Nothilfefinanzierung beteiligt hätten. Deutschland sei wirtschaftlich zwar seinen Verpflichtungen nachgekommen, könne jedoch deutlich mehr Flüchtlinge aufnehmen, heißt es.

Die Hilfsorganisation berechnet regelmäßig den Betrag, den Staaten gemessen an ihrer Wirtschaftsleistung für die Syrien-Hilfe beisteuern sollten. Besonders schlecht schnitten für 2014 demnach Russland, Australien und Japan ab. Diese Staaten haben auch im ersten Quartal 2015 bisher kaum Mittel zur Verfügung gestellt.

Angesichts der schleppenden internationalen Hilfe und der zunehmenden Abriegelung der Grenzen durch einige syrische Nachbarländer spitze sich die Lage für die Vertriebenen weiter zu. In den vergangenen Monaten mussten laut Oxfam lebensnotwendige Hilfsmaßnahmen eingespart werden.