Die USA werden die Ukraine im Kampf gegen die prorussischen Separatisten nun auch mit Überwachungsdrohnen und gepanzerten Fahrzeugen unterstützen. Das Pentagon werde "in den kommenden Wochen" Humvee-Geländefahrzeuge sowie Drohnen vom Typ Raven an Kiew liefern, hieß es in Verteidigungskreisen in Washington. Insgesamt sei die Übergabe von 230 Humvees geplant, von denen rund 30 gepanzert sein sollen. US-Vizepräsident Joe Biden und der ukrainische Staatschef Petro Poroschenko besprachen die Militärhilfen im Umfang von 75 Millionen Dollar (rund 71 Millionen Euro) demnach in einem Telefonat.

Mit den Drohnen und Fahrzeugen weiten die USA ihre Lieferung sogenannter nichttödlicher Militärausrüstung aus. Bislang unterstützten sie die ukrainischen Streitkräfte unter anderem mit Schutzwesten, Nachtsichtgeräten und Radarsystemen. Innerhalb der US-Regierung gibt es auch einflussreiche Politiker, die sich für die Lieferung von Defensivwaffen wie Panzerfäusten aussprechen. Bislang hat Präsident Barack Obama aber noch keine Entscheidung getroffen.

Die europäischen US-Verbündeten sind beim Thema Waffenlieferungen gespalten: Während sich Polen und die baltischen Staaten derartige Hilfen für die Ukraine vorstellen können, lehnt Deutschland dies strikt ab. Die Bundesregierung befürchtet, dass Waffenlieferungen eine weitere Eskalation des Konfliktes zur Folge haben würden. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) trifft sich am heutigen Mittwochabend in Washington zu Gesprächen mit seinem US-Kollegen John Kerry.

Das US-Finanzministerium setzte unterdessen acht weitere Vertreter der prorussischen Separatisten und der Russian National Commercial Bank auf seine Sanktionsliste. Außerdem sei das US-Vermögen von drei früheren Kabinettsmitgliedern des gestürzten ukrainischen Präsidenten Viktor Janukowitsch eingefroren worden, teilte das Ministerium in Washington mit. Die USA und die Europäische Union verhängten bereits im vergangenen Jahr Sanktionen gegen die russische Wirtschaft und Vertraute von Russland.