Yanis Varoufakis will nach vorne schauen. Hinter sich lassen die derzeitigen Spannungen zwischen seinem Land und dem Rest der Europäischen Union, allen voran Deutschland. Hin zu einer guten Zusammenarbeit im "Reich geteilten Wohlstands". Er spricht von der EU – und schlägt in seinem persönlichen Blog versöhnliche Töne an.

Nach den gegenseitigen Vorwürfen der vergangenen Wochen, nach Kritik aus Athen am Ton von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) und einer über die politischen Grenzen hinaus geführten Debatte um seinen eigenen Mittelfinger will Varoufakis auf ein besseres Verhältnis zwischen seinem Land und der EU hinwirken – und hat ein paar Ideen, wie die Stimmung wieder besser werden kann.

Punkt 1: Schluss mit den gegenseitigen Schuldzuweisungen. Griechenland und Deutschland sollten auf ein Ende der moralisierenden Fingerzeige hinarbeiten, schreibt er. Davon würden nur die Feinde Europas profitieren.

Punkt 2: Statt Anfeindungen und Kritik sollten sich beide Länder auf das besinnen, was wirklich wichtig ist: die Frage nach schnellen Reformen und Wachstum für Griechenland. Nur so könne das Land möglichst schnell seine Schulden begleichen.

Als Grundlage für einen Neustart im griechisch-europäischen Verhältnis sieht der Finanzminister die Beschlüsse der Eurogruppe von Ende Februar. Die Einigung biete praktisch gesehen eine großartige Möglichkeit, vorwärtszukommen, schreibt Varoufakis. "Lasst uns die Dinge sofort umsetzen."