Eine Untersuchung der Vereinten Nationen hat Israel für Angriffe auf UN-Einrichtungen während seiner Gaza-Offensive im vergangenen Sommer verantwortlich gemacht. Der israelischen Armee werden in dem Bericht sieben Attacken auf vom UN-Hilfswerk für palästinensische Flüchtlinge (UNRWA) betriebene Schulen vorgeworfen, in denen Bewohner des Gazastreifens Zuflucht gesucht hatten.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hatte im November eine fünfköpfige Kommission beauftragt, die Angriffe zu untersuchen. "Ich bedauere zutiefst die Tatsache, dass mindestens 44 Palästinenser als Folge der israelischen Aktionen getötet wurden", schrieb Ban in einem Brief an den Sicherheitsrat. Mindestens 227 Menschen seien durch Angriffe auf in Notunterkünfte umfunktionierte UN-Einrichtungen verletzt worden. Die Attacken seien eine "äußerst ernste Angelegenheit", fuhr Ban fort. "Die Hoffnung und das Vertrauen" von Flüchtlingen, die sich in Sicherheit bringen wollten, seien zerstört worden.

Das israelische Außenministerium teilte in einer Stellungnahme mit, die Vorfälle seien bereits Gegenstand eigener Untersuchungen. Israel werde den Bericht nun analysieren und dabei eng mit den Vereinten Nationen kooperieren. Klar sei aber auch, dass terroristische Organisationen während des Konflikts UN-Einrichtungen genutzt hätten. In Zukunft wolle man daher gemeinsam mit den Vereinten Nationen die Sicherheit dieser Einrichtungen verbessern.

Auch die von Ban beauftragte Kommission war Vorwürfen nachgegangen, die radikalislamische Hamas habe die vom UNRWA betriebenen Schulen als Waffenlager missbraucht. Der Generalsekretär bestätigte in seinem Schreiben an den Sicherheitsrat, dass in UN-Einrichtungen Waffen versteckt worden seien. In wahrscheinlich zwei Fällen hätten palästinensische Kämpfer aus den Schulen heraus das Feuer eröffnet. Auch dies sei "inakzeptabel", erklärte Ban.

Die israelische Armee hatte im Juli und August vergangenen Jahres den Gazastreifen angegriffen, um den Raketenbeschuss durch palästinensische Extremisten zu stoppen. Bei den kriegerischen Auseinandersetzungen waren laut UN rund 2.200 Palästinenser, in der großen Mehrheit Zivilisten, getötet worden. Auf israelischer Seite starben 73 Menschen, darunter 67 Soldaten.