Nach dem verhinderten Attentat auf eine Kirche in Paris haben Ermittler erste Hinweise auf die Hintermänner der geplanten Tat gefunden. Bei dem 24-jährigen Algerier, der den Anschlag geplant haben soll, sind Unterlagen mit Verweisen auf das Terrornetzwerk Al-Kaida sowie die Terrororganisation IS gefunden worden.   

Innenminister Bernard Cazeneuve hatte am Morgen mitgeteilt, dass die bei dem Verdächtigen gefundenen Dokumente "unmissverständlich" zeigen, dass der Mann geplant habe, in Kürze einen Anschlag zu verüben. Der 24-jährige Informatikstudent sei bereits am Sonntag festgenommen worden, sagte Cazeneuve.

Zudem habe der Verdächtigte in Kontakt zu einer Person gestanden, die sich in Syrien befunden haben könnte, sagte Staatsanwalt François Molins. Diese Person habe den Studenten "explizit" aufgefordert, einen Anschlag "besonders" auf eine Kirche zu verüben. Die Ermittlungen richten sich nun insbesondere auf mögliche Komplizen und auf die Finanzierung der Anschlagspläne, sagte Molins.

Bei dem Studenten, der in Paris wohnte, wurden bei der Durchsuchung seiner Wohnung demnach unter anderem drei Kalaschnikows, Polizeibinden und Polizeiwesten, schusssichere Westen und 2.000 Euro gefunden. Der junge Mann war eher zufällig festgenommen worden, weil am Sonntagmorgen ein Krankenwagen wegen einer Schussverletzung am Bein zu ihm gerufen worden war. Hinzugerufene Polizisten waren dann der Blutspur gefolgt und hatten in seinem Auto zahlreiche Waffen entdeckt.

Nach wie vor ist unklar, wie der 24-Jährige die Verletzung erlitt. Molins sprach von "frei erfundenen" Angaben des Verdächtigen, der demnach im Polizeigewahrsam aussagte, er habe die Waffen in die Seine werfen wollen und sich dabei selbst angeschossen. Ihm wird auch der Mord an einer jungen Frau vorgeworfen, die am Sonntag erschossen in ihrem Auto in einer Vorstadt südlich von Paris aufgefunden wurde. Die Umstände dieser Tat sind ebenfalls noch unklar.

Seit einer Serie von Anschlägen Anfang Januar herrscht in ganz Frankreich eine erhöhte Terror-Warnstufe. Im Großraum Paris gilt nach wie vor die höchste Warnstufe. Premierminister Manuel Valls sprach anlässlich der Festnahme von einer "beispiellosen Terrorgefahr" für Frankreich und weitere Länder.

Bei den Anschlägen im Großraum Paris waren 17 Menschen getötet worden. Zwei Islamisten erschossen beim Angriff auf die Satirezeitung Charlie Hebdo am 7. Januar zunächst zwölf Menschen. Ein weiterer Islamist tötete in den darauffolgenden Tagen eine Polizistin und bei einer Geiselnahme in einem jüdischen Supermarkt in Paris vier weitere Menschen. Die drei Islamisten wurden schließlich bei Polizeieinsätzen erschossen.