Bei den jüngsten Kämpfen im Süden des Jemen sind mehr als 140 Menschen getötet worden. Besonders in der südlichen Hafenstadt Aden gab es heftige Gefechte zwischen den schiitischen Huthi-Rebellen und Anhängern von Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi, der durch Luftangriffe der arabischen Militärkoalition unter Führung Saudi-Arabiens unterstützt wird. Das Rote Kreuz meldete derweil logistische Probleme bei der Lieferung dringend benötigter Hilfsgüter.

Allein bei Kämpfen um Aden seien 53 Menschen getötet worden. Unter den Opfern der Gefechte seien auch 17 Zivilisten, sagte ein Arzt. Zudem seien zehn Mitglieder der Hadi-treuen sogenannten Volkskomitees getötet worden. Aus Militärkreisen verlautete, auf Seiten der Rebellen habe es 26 Tote gegeben. 

Neben Aden gab es auch in der Stadt Dhaleh heftige Kämpfe. Ein Behördenvertreter meldete am Montag 19 Tote auf Seiten der Huthis und 15 Opfer bei den Volkskomitees.

Die Huthi-Rebellen und die mit ihnen verbündeten Militäreinheiten, die dem früheren Präsidenten Ali Abdullah Salih treu sind, versuchten, den Hafen im zentralen Viertel al-Moalla einzunehmen. Am Sonntag hatten sie bereits den Sitz der Provinzverwaltung erobert. Al-Moalla wird von den Volkskomitees verteidigt. Die Hilfstruppen des international anerkannten Präsidenten Hadi werden von Saudi-Arabien und seinen arabischen Verbündeten mit Waffen und Luftangriffen unterstützt.

Hilfslieferungen stocken

Unterdessen meldete das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) logistische Probleme bei der Lieferung von Hilfsgütern für die Bevölkerung. Es gebe zwar die erforderlichen Genehmigungen für Hilfslieferungen nach Sanaa, doch hätten Flugzeuge zunehmend Probleme, auf dem dortigen Flughafen zu landen, sagte eine IKRK-Sprecherin.

Das IKRK hatte am Samstag eine 24-stündige Kampfpause gefordert, um Hilfsgüter liefern zu können. Der Organisation zufolge stehen derzeit 48 Tonnen Medikamente und andere medizinische Hilfsgüter zur Lieferung bereit. Russland forderte in einem UN-Resolutionsentwurf ebenfalls eine Feuerpause, um Ausländer aus dem Jemen in Sicherheit zu bringen. Das Gremium beriet über den Text, fällte aber noch keine Entscheidung.

Staaten retten Landsleute

Jordanien brachte am Montag weitere Landsleute aus dem Jemen über den Landweg nach Saudi-Arabien. Schiffe aus Indien, China und Frankreich brachten ebenfalls Hunderte Menschen in Sicherheit.

Hadi war nach Aden geflohen, nachdem die Huthi-Rebellen und die Truppen Salehs im Februar die Hauptstadt Sanaa vollständig unter ihre Kontrolle gebracht hatten. Als die Huthis Mitte März auf die südliche Hafenstadt vorrückten, floh Hadi nach Saudi-Arabien und bat das Königreich um militärische Unterstützung. Saudi-Arabien und verbündete arabische Staaten begannen daraufhin am 26. März, Luftangriffe auf Stellungen der Huthi-Rebellen zu fliegen.

Die Allianz begründet ihre Intervention auch damit, dass der Iran die Huthis unterstütze. Viele Experten bezweifeln aber, dass der Iran nennenswert Einfluss auf die Rebellen hat. Das iranische Parlament warf Saudi-Arabien eine "klare Aggression gegen ein Volk und ein unabhängiges Land" vor.