Wegen der westlichen Sanktionen in der Ukraine-Krise drohen der russischen Wirtschaft in diesem Jahr dreimal höhere Verluste als 2014. Regierungschef Dmitri Medwedew rechnet mit Verlusten von etwa 75 Milliarden Euro und spricht von einer beispiellosen Lage in der jüngeren Geschichte Russlands.

Gemeinsam mit dem niedrigen Ölpreis hätten die Strafmaßnahmen die russische Wirtschaft im ersten Quartal 2015 bereits um zwei Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sinken lassen. Russland rechnet für das laufende Jahr mit einem Rückgang des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um drei Prozent. 

Russland leidet besonders unter dem starken Einbruch des Ölpreises seit vergangenem Sommer. Hinzu kommen die infolge des Ukraine-Konflikts verhängten westlichen Wirtschaftssanktionen. Russland sei "zwei äußerlichen Schockfaktoren" gleichzeitig ausgesetzt, sagte Medwedew. 

Die EU und die USA hatten die Sanktionen gegen Russland vor gut einem Jahr nach der Annexion der ukrainischen Schwarzmeerhalbinsel Krim erlassen. Moskau reagierte mit einem Importstopp für westliche Lebensmittel. Der Westen wirft Russland eine direkte Einmischung in den Konflikt im Osten der Ukraine vor. Die russische Regierung weist dies zurück.