In der jemenitischen Hauptstadt Sanaa ist am Samstag ein Flugzeug des Roten Kreuzes gelandet. Es brachte 32 Tonnen medizinische Hilfsgüter sowie Stromgeneratoren, Zelte und Ausrüstung zur Wasseraufbereitung. Erste Flugzeuge des Roten Kreuzes und des UN-Kinderhilfswerks Unicef waren am Freitag in Sanaa eingetroffen. Sie hatten jeweils 16 Tonnen Medikamente an Bord.

Die medizinische Versorgung im Jemen wird wegen der Kämpfe zwischen den Huthi-Rebellen und regierungstreuen Truppen immer schwieriger. Bei medizinischem Personal und Medikamenten gibt es Engpässe. Teilweise gehen auch Nahrungsmittel, Wasser und Benzin zur Neige. Zur Versorgung der notleidenden Menschen hatten die Vereinten Nationen am Freitag eine sofortige "humanitäre Kampfpause" gefordert.

In der jemenitischen Hafenstadt Aden nahmen Milizionäre nach eigenen Angaben zwei iranische Offiziere gefangen, die angeblich die Huthi-Rebellen beraten haben; der Oberst und der Hauptmann gehörten demnach einer Eliteeinheit der iranischen Revolutionsgarden an. Sie seien am Samstag an verschiedenen Orten in Jemen gefasst worden, sagte ein Unterstützer der Regierungstruppen. Der Iran hat eine militärische Unterstützung der Rebellen immer bestritten. Auch die schiitischen Huthis erklärten, es gebe keine Hilfe aus Teheran.

Im Jemen liefern sich Huthi-Rebellen und verbündete Armeeeinheiten seit drei Wochen heftige Kämpfe mit den Truppen und Milizen von Präsident Abd Rabbo Mansur Hadi, der im Februar aus Sanaa nach Aden und von dort weiter nach Saudi-Arabien floh. Auf Drängen Hadis startete Saudi-Arabien Ende März zusammen mit verbündeten arabischen Staaten Luftangriffe auf Huthi-Stellungen. Bei den Kämpfen wurden nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation bisher fast 650 Menschen getötet.

UN beraten Resolution gegen Huthi-Führer

Die Vereinten Nationen werden wahrscheinlich Anfang kommender Woche über einen gegen die jemenitischen Huthi-Rebellen gerichteten Resolutionsentwurf abstimmen. Der vom saudischen Allianzpartner Jordanien vorgebrachte Beschluss soll neue Sanktionen gegen die Führungsriege der schiitischen Huthis sowie deren Verbündete verhängen.

In dem finalen Entwurf geht es um das Einfrieren von Vermögen des Anführers Abdul-Malik al-Huthi und des Sohnes des früheren Präsidenten, Ahmed Ali Abdullah Saleh. Der Weltsicherheitsrat verhängte solche Schritte bereits im November 2014 gegen Ex-Staatschef Saleh und die militärischen Spitzen Abd al-Chalik al-Huthi und Abdullah Jahia al Hakim. Alle Parteien werden aufgerufen, die Gewalt zu beenden. Die Huthis sollen ihre eroberten Gebiete verlassen, darunter auch die Hauptstadt Sanaa.

Es soll zudem verboten werden, an die fünf genannten Männer Waffen zu liefern. Russland besteht darauf, dass das Waffenembargo alle Parteien in dem eskalierenden Konflikt beinhaltet. Al-Muallimi zufolge fordert Russland auch andere Änderungen des Textes, etwa einen Aufruf zu "humanitären Pausen".