Einem Medienbericht zufolge versucht der britische Premierminister David Cameron, die Briten bereits 2016 über die EU-Mitgliedschaft des Vereinigten Königreichs abstimmen zu lassen. Beobachter waren zuvor davon ausgegangen, dass das Referendum erst 2017 abgehalten wird.

Doch wie der britische Guardian berichtet, wollen Cameron und seine Regierung nicht so lange warten.  "Die Stimmung ist derzeit definitiv so, dass wir den Prozess beschleunigen und wir so die Möglichkeit haben, das Referendum 2016 abzuhalten", zitiert das Blatt einen Regierungsvertreter. "Wir haben immer gesagt, dass 2017 eher eine Deadline ist und kein fixes Datum."

Aufgrund der alleinigen Mehrheit der Tories im Parlament gehe man davon aus, dass das vorhergehende Gesetzgebungsverfahren schnell abgeschlossen werden könne, zitiert das Blatt aus Regierungskreisen. Camerons Konservative hatten bei der Wahl am Donnerstag mit 331 von 650 Sitzen überraschend eine absolute Mehrheit im Unterhaus errungen.   

Vor dem Referendum will die britische Regierung noch ihre Forderungen mit der EU verhandeln. Dabei geht es unter anderem um mehr Mitbestimmungsrechte der nationalen Parlamente gegenüber den EU-Institutionen.

Ein früher Termin des Referendums hätte den Vorteil, dass so ein zeitlicher Puffer zwischen der Volksabstimmung und der deutschen Bundestagswahl sowie der Präsidentschaftswahl in Frankreich 2017 existieren würde, heißt es aus Regierungskreisen. Als mögliche Termine für das Referendum fasse die Regierung etwa Juli oder September 2016  ins Auge.

Auch in der EU gibt es Stimmen, die für ein möglichst frühes Referendum plädieren.  "Ich fände es gut, wenn die Briten schnell ihr Referendum abhalten würden", sagte EU-Parlamentspräsident Martin Schulz (SPD) in Brüssel. Wenn Großbritannien dann vom Grundsatz her entschieden habe, ob es in der EU bleiben wolle, könne über eine mögliche Reform der EU diskutiert werden, aber nicht in umgekehrter Reihenfolge.