Das syrische Weltkulturerbe Palmyra ist wieder unter Kontrolle der syrischen Armee. Der Angriff des "Islamischen Staats" auf die angrenzende moderne Stadt Tadmur sei zurückgeschlagen worden, sagte der Gouverneur der Provinz Homs, Talal Barasi.

Zuvor hatte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte die Eroberung eines nördlichen Teils von Tadmur durch die Dschihadisten gemeldet. Die antiken Stätten von Palmyra liegen im Südwesten. Die Offensive des IS sei "gescheitert", sagte der Gouverneur. Bei den Kämpfen zwischen der Armee von Machthaber Baschar al-Assad und der Miliz seien "mehr als 130 Dschihadisten" getötet worden. Die Beobachtungsstelle sprach dagegen von 23 regierungstreuen Kämpfern und 29 IS-Kämpfern, die bei den Gefechten ums Leben gekommen seien.

Der Chef der syrischen Altertümerverwaltung, Maamun Abdulkarim, sagte, das seien "gute Nachrichten". Die aus dem ersten und zweiten Jahrhundert stammenden Ruinen seien bei den Kämpfen in ihrem Umfeld nicht beschädigt worden, "aber das heißt nicht, dass wir jetzt sorglos sein könnten". Der IS hatte im vergangenen Jahr bereits die assyrischen Königsstätten Nimrud, Hatra und Niniveh in der Umgebung von Mossul mit Bulldozern, Sprengstoff und Presslufthämmern zerstört.

Palmyra ist laut Unesco eine Stätte von "überragendem universellem Wert". Bis heute ist der einstige Glanz und Reichtum von Palmyra sichtbar. Besiedelt wurde die Oasenstadt seit der Bronzezeit. 1980 wurde Palmyra, zu dem auch ein kleines Museum gehört, zum Unesco-Weltkulturerbe erklärt. Mit seinen Tempeln und Festtoren, seinem 1952 freigelegten römischen Theater und seinen Kolonnaden-Straßen sowie reich verzierten unterirdischen Grabanlagen gehört das Ensemble zu den imposantesten antiken Zeugnissen des Nahen Ostens.

Hoher IS-Kommandeur getötet

Bei einem Einsatz von US-Bodentruppen in Syrien wurde nach Angaben der US-Regierung ein führender IS-Kommandeur getötet. Ziel sei es gewesen, den IS-Anführer Abu Sajjaf festzunehmen. Er sei jedoch bei einem Schusswechsel mit den US-Spezialtruppen getötet worden, teilte das Weiße Haus mit. Zudem habe man seine Ehefrau festgenommen sowie eine von dem Paar offenbar als Sklavin gehaltene Jesidin befreit.

Abu Sajjaf leitete nach Angaben des Pentagons Militäreinsätze des IS und war für eine Haupteinnahmequelle der Gruppe, den Ölschmuggel, verantwortlich. US-Verteidigungsminister Ashton Carter sprach nach dem Einsatz von einem "bedeutenden Schlag" gegen den IS. 

Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtete, bei dem Einsatz seien vier weitere IS-Anführer, unter anderem der "stellvertretende Verteidigungsminister" und ein "Kommunikationsbeamter" getötet worden.