Ungarische Grenzkontrolle © Djordje Kojadinovic/Reuters

Der ungarische Staat verkauft für viel Geld EU-Aufenthaltstitel an Ausländer. Dafür hätte die Regierung in Budapest ein Internetangebot geschaltet, das sich speziell an Chinesen und Vietnamesen richte, berichtet der Spiegel.  

Auf www.immigration-hungary.com kann man auf Chinesisch, Vietnamesisch und Englisch nachlesen, wie man ein Visum für Ungarn bekommt – und damit für den gesamten Schengen-Raum. Bewerber müssen 300.000 Euro in ungarische Staatsanleihen investieren und eine Gebühr in Höhe von 60.000 Euro zahlen.

Die Internetseite wirbt damit, dass ein solches Visum eine Eintrittskarte für den deutschen Arbeitsmarkt sei. Sogar für die Kinder sei gesorgt. Wer das ungarische Schengenvisum besitze, "kann sich frei für jedwede Schule in einem Schengenland bewerben".

Die Bundesregierung widerspricht laut Spiegel dieser Darstellung. "Drittstaatsangehörige, also auch Chinesen, dürfen sich mit einem nationalen Aufenthaltstitel lediglich höchstens 90 Tage innerhalb eines Zeitraums von 180 Tagen im Hoheitsgebiet der anderen Mitgliedstaaten aufhalten", sagte ein Sprecher des Innenministeriums. Wenn ein Mitgliedstaat mit der Möglichkeit eines längeren Aufenthalts in einem anderen EU-Land werbe, sei das nicht mit dem EU-Recht vereinbar.