Bei den Regional- und Kommunalwahlen in Spanien hat die konservative Volkspartei (PP) des spanischen Ministerpräsidenten Mariano Rajoy starke Einbußen erlitten. Dennoch konnte die PP sich offenbar nach ersten Prognosen landesweit als stärkste Kraft behaupten. Die Konservativen erhielten laut Prognose des TV-Senders Antena 3 in elf Regionen die meisten Stimmen, verfehlten aber die absolute Mehrheit. Die PP steht demnach erstmals seit 1991 vor dem Verlust der absoluten Mehrheit in der Hauptstadt Madrid.

Die PP regiert derzeit in elf Regionen und in fast allen Provinzhauptstädten des Landes. Seit fast vier Jahrzehnten wechseln sich die PP und die Sozialistische Arbeiterpartei in der Regierung ab. 

Die die aus der Protestbewegung hervorgegangenen Parteien Podemos ("Wir können") und Ciudadanos ("Bürger") erhielten Nachwahlbefragungen zufolge bei den Kommunalwahlen in Madrid und Barcelona überraschend viele Stimmen. Die linke Partei Podemos lehnt ähnlich wie die griechische Regierungspartei Syriza die Spar- und Reformprogramme ab, mit denen finanzschwache Länder aus der Schuldenkrise herausfinden sollen. Wie in Griechenland haben sich wegen des Sparkurses aber viele Spanier von den etablierten Parteien abgewendet.

Regionale Parlamente waren am Sonntag in 13 von 17 spanischen Regionen gewählt worden. Etwa 35 Millionen Wahlberechtigte konnten ihre Stimme abgeben. Die Abstimmungen gelten als ein wichtiger Test für die landesweite Parlamentswahl im Herbst.