Russland hat dem CDU-Außenpolitiker Karl-Georg Wellmann die Einreise verweigert. Der Bundestagsabgeordnete berichtete in mehreren Medien, ihm sei nach der Landung auf dem Flughafen Moskau-Scheremetjewo mitgeteilt worden, dass für ihn bis 2019 ein Einreiseverbot für Russland bestehe. Er vermutet, dass seine ukrainefreundliche Haltung zu dem Vorfall geführt habe.

Wellmann ist Vorsitzender der deutsch-ukrainischen Parlamentariergruppe; im Mai 2014 war er für die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) als Wahlbeobachter in der Ukraine. In Moskau war er zu Gesprächen verabredet, "bei denen es um die Zukunft der Ukraine – gerade ausdrücklich unter Einbeziehung der Russen – gehen sollte", sagte er dem Berliner Kurier.

Er vermutet, dass es eine "Gegensanktionsliste auf russischer Seite zu den Sanktionen der EU gibt". Auf dieser Liste sei er als Berichterstatter seiner Fraktion für Russland wohl gelandet, sagte er Focus Online.

Die Bundesregierung zeigte sich empört über das Einreiseverbot für Wellmann. Die Maßnahme sei "unverständlich und inakzeptabel", sagte ein Sprecher des Außenministeriums. "Die Bundesregierung erwartet die Aufhebung der Einreiseverweigerung." Auch Bundestagspräsident Norbert Lammert reagierte nach Angaben seines Büros mit Unverständnis und Enttäuschung auf die Nachricht aus Moskau.

Aus dem Außenministerium hieß es, der deutsche Botschafter Rüdiger Freiherr von Fritsch sei "in der Sache unverzüglich im russischen Außenministerium vorstellig geworden". Die Bundesregierung habe "in Moskau wie auch gegenüber der russischen Botschaft in Berlin gegen die Einreiseverweigerung protestiert".

Auf einer EU-Sanktionsliste im Zusammenhang mit der Krim- und der Ukraine-Krise stehen vor allem russische Unternehmer. Auch die deutsche Grünen-Europapolitikerin Rebecca Harms war im September an der Einreise nach Russland gehindert worden.