In Italien ist ein Mann festgenommen worden, der am Terroranschlag auf Tunesiens Nationalmuseum beteiligt gewesen sein soll. Der 22-jährige Marokkaner sei am Dienstagabend in Gaggino nahe Mailand von der Polizei aufgegriffen worden, berichtete die Nachrichtenagentur Ansa. Die Polizei in Mailand kündigte eine Pressekonferenz dazu an.

Vor zwei Monaten hatten drei Angreifer das Bardo-Museum in der Hauptstadt Tunis gestürmt und 22 Menschen erschossen. Zwei Täter waren von der Polizei getötet worden, nach einem dritten Tatverdächtigen wurde seither gefahndet. Zu der Tat bekannte sich die Terrormiliz "Islamischer Staat".

Die italienische Polizei teilte mit, der nun Festgenommene sei bereits im Februar in Porto Empedocle in Sizilien als ankommender Flüchtling registriert worden, anschließend wurde seine Ausweisung beantragt. Offenbar sei er für die Attacke nach Tunesien zurückgekehrt, um wieder unbemerkt von den Behörden nach Italien zu reisen.

"Exzellente Arbeit der Polizei"

Der Marokkaner könnte in den kommenden Wochen möglicherweise an Tunesien ausgeliefert werden. Innenminister Angelino Alfano sagte, die Festnahme zeige "die exzellente Arbeit der Polizei".

Die Nachricht, dass der Mann zunächst als Flüchtling eingereist war, schürte in Italien erneut Ängste, mit den Migrantenbooten könnten Terroristen ins Land kommen. "Wir müssen diese Abfahrten und Ankünfte stoppen und unsere Grenzen kontrollieren", sagte Matteo Salvini von der rechtspopulistischen Lega Nord.

In Tunesien gibt es seit der Jasminrevolution 2011 und dem Sturz des Langzeitherrschers Zine el-Abidine Ben Ali immer wieder Anschläge zumeist auf Polizei und Militär. Vor allem die Grenzgebiete zu Libyen und Algerien gelten als unsicher.