Weltweit sind nach Angaben der UN so viele Menschen auf der Flucht vor Kriegen und Konflikten wie noch nie. Wie das UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) in seinem Jahresbericht schreibt, gab es Ende 2014 weltweit 59,5 Millionen Flüchtlinge. Das sei die höchste Zahl, die jemals vom UNHCR verzeichnet wurde. Zum Vorjahreszeitpunkt waren es demnach 51,2 Millionen Menschen. Die Hälfte der Flüchtenden seien Kinder. Die meisten von ihnen kommen nach wie vor aus Syrien, Afghanistan, dem Irak und Somalia.

Fast 20 Millionen Menschen sind laut UN ins Ausland geflüchtet, 1,8 Millionen haben einen Asylantrag gestellt, die meisten Menschen – 38 Millionen – sind in ihrem Heimatland unterwegs auf Schutzsuche. Die meisten Flüchtlinge haben die Türkei, Pakistan, der Libanon, der Iran und Äthiopien aufgenommen.

UN-Flüchtlingskommissar António Guterres bezeichnete die Lage als einen Paradigmenwechsel. "Wir geraten in eine Epoche, in der das Ausmaß der globalen Flucht und Vertreibung sowie die zu deren Bewältigung notwendigen Reaktionen alles davor Gewesene in den Schatten stellen", sagte er. Demnach rechnet das UNHCR am Jahresende mit einem neuen Höchstwert. Es sei erschreckend, "dass einerseits diejenigen, die Konflikte beginnen, mehr und mehr straffrei davonkommen und dass andererseits die internationale Gemeinschaft unfähig scheint, gemeinsam Kriege zu beenden und Frieden zu schaffen".

Das rasante Steigern der Zahlen hatte dem Bericht zufolge 2011 mit dem syrischen Bürgerkrieg begonnen, der noch immer andauert. Im vergangenen Jahr stieg dem UNHCR zufolge auch die Zahl derjenigen Flüchtlinge an, die über das Mittelmeer nach Europa gelangen wollen: Insgesamt 219.000 Menschen überquerten demnach im vergangenen Jahr das Meer. Tausende starben bei der gefährlichen Überfahrt.