Die Präsidentschaftsbewerberin Hillary Clinton hat sich in die Debatte über den Gebrauch der historischen Südstaatenflagge in den USA eingeschaltet. Die Flagge sei ein Symbol des Rassismus der Vergangenheit in den USA und sollte "keinen Platz" in der Gegenwart und Zukunft der Vereinigten Staaten haben, sagte Clinton in einer Rede vor Kirchenmitgliedern in einem Vorort von St. Louis. In der Nähe war im August 2014 in Ferguson der schwarze Jugendliche Michael Brown von einem weißen Polizisten erschossen worden. 

Ausgelöst hatte die neue Diskussion um die Fahne aus Zeiten des Bürgerkriegs 1861-1865 der 21-jährige Dylann R., der am Mittwoch vor einer Woche offenbar aus rassistischen Motiven in einer Kirche in der Stadt Charleston neun Schwarze erschossen hatte. Der mittlerweile Verhaftete hatte vor der Tat mit der Flagge auf Fotos posiert. Er soll darin ein Symbol für die von ihm propagierte Überlegenheit der Weißen gesehen haben. Die Konföderierten hatten im Bürgerkrieg für den Erhalt der Sklaverei gekämpft. Der Streit über die Flagge dauert bereits seit Jahren an.

Clinton sagte, sie begrüße, dass die Gouverneurin von SouthCarolina, Nikki Haley, und die Abgeordneten des Staates eine Entfernung der Flagge auf dem Parlamentsgelände vorantrieben. Haley hatte die Flagge ein "tief beleidigendes Symbol einer brutalen Unterdrückung" genannt, nachdem sie zuvor einen solchen Schritt zunächst abgelehnt hatte. Der demokratische Senator Vincent Sheheen brachte einen Antrag ein, wonach die Flagge in den Reliquienraum eines Militärmuseums gebracht werden soll. Die Abgeordneten des Bundesstaates South Carolina wollen demnächst darüber beraten, ob die Flagge vom Parlamentsgelände entfernt werden soll. In Columbia, der Hauptstadt des Bundesstaats, versammelten sich Demonstranten, um gegen die vor dem dortigen Kapitol wehende Flagge zu protestieren.

Große Warenhausketten wie Sears, Walmart, Spencer Gifts, Target und Etsy, aber auch die Onlinehändler eBay und Amazon teilten inzwischen mit, die Fahne und alle damit versehenen Artikel aus dem Sortiment zu nehmen. 

Die Hersteller des umstrittenen Banners rechnen ihrerseits damit, dass die Nachfrage zumindest vorübergehend steigen wird. "Ich verkaufe die Konföderiertenflagge nicht an eine spezielle Gruppe, ich verkaufe einfach nur eine Fahne", sagte Kerry McCoy, Eigentümerin und Präsidentin des Unternehmens FlagandBanner.com aus Arkansas. Sie rechne damit, dass ihr Unternehmen in der kommenden Woche rund 50 Fahnen verkaufe – das sei etwa die Hälfte dessen, was sie normalerweise in einem ganzen Jahr absetze.