Als Vergeltung für zwei aus dem Gazastreifen abgefeuerte Raketen hat das israelische Militär Ausbildungsstätten der palästinensischen Hamas angegriffen. Dies sei die israelische Antwort auf das Raketenfeuer auf den Süden Israels wenige Stunden zuvor gewesen, sagte Militärsprecher Peter Lerner am Donnerstagmorgen. Eine der Terrormiliz "Islamischer Staat" nahestehende Gruppierung übernahm die Verantwortung für den Raketenbeschuss. Laut Angaben der Hamas gab es keine Toten oder Verletzten. Die radikalislamische Organisation, die seit 2007 im Gazastreifen regiert, hatte ihre Kämpfer aus Angst vor der israelischen Vergeltung von ihren Posten in Sicherheit gebracht.

Auch die vorherigen Raketenangriffe hätten keine Menschen verletzt, hatte das israelische Militär am Mittwochabend mitgeteilt. Sirenen hätten die Bewohner vor den Geschossen gewarnt. "Als die Sirenen an diesem Abend in Israel heulten, waren die Leben von mehr als 140.000 Israelis in Gefahr", sagte Lerner. "Israelis und Palästinenser verdienen es, normal zu leben, aber stattdessen hat die Hamas gewählt, den Gazastreifen als Abschussrampe für Raketenangriffe zu benutzen." Raketenbeschüsse waren seit dem 50-tägigen Gaza-Krieg im vergangenen Sommer weitgehend ausgeblieben, zuletzt aber wieder gelegentlich verübt worden.

Für die Raketenattacken am Mittwoch übernahm eine salafistische Gruppierung die Verantwortung. Sie gilt als Unterstützer des vor allem in Syrien und im Irak aktiven IS. Die Gruppe hatte sich schon in der vergangenen Woche für einen ähnlichen Beschuss verantwortlich gezeigt. Die Hamas betrachtet die Dschihadisten als Bedrohung für ihre eigenen Ziele. Laut Angaben der Gruppe war die Attacke Rache für die Tötung eines ihrer Mitglieder durch die Hamas. Die IS-Sympathisanten hatten der Hamas eine 48-Stunden-Frist gesetzt, um Razzien gegen sie zu stoppen und in den vergangenen Monaten festgenommene IS-Unterstützer freizulassen.

Die radikalislamische Hamas geht derzeit verstärkt gegen islamistische Gruppen vor, denen die Hamas nicht radikal genug ist. Die Extremisten werfen der Hamas vor, zu weich gegenüber Israel zu agieren. Sie behaupten, die Hamas habe einen stillschweigenden Waffenstillstand mit Israel geschlossen. Es ist nicht bekannt, wie viele IS-Unterstützer in Gaza sind und ob sie Verbindungen zu der Terrormiliz im Irak und in Syrien haben.