Die Sozialdemokraten des italienischen Ministerpräsidenten Matteo Renzi haben bei den Regionalwahl schwächer abgeschnitten, als in Umfragen vorhergesagt. Prognosen zufolge gewann seine Demokratische Partei (PD) am Sonntag zwar in Regionen wie der Toskana oder um die Stadt Ancona an der Adria. Ligurien im Nordwesten des Landes geht aber womöglich an die Konservativen. Die euroskeptische Lega Nord gewann deutlich in ihrer Hochburg Venetien. Mehr als 20 Millionen Italiener waren zu den Abstimmungen aufgerufen, die Beteiligung sank im Vergleich zu den vorangegangenen Wahlen.

Zwar hat die Wahl keinen direkten Einfluss auf die nationale Politik. Die Entscheidung in sieben der 20 Regionen galt aber als der wichtigste Stimmungstest seit der Europawahl vor einem Jahr, als die PD ein Rekordergebnis von 41 Prozent einfuhr. Auf Renzi kommen in den nächsten Monaten im Parlament heftige Debatten über seine Reformpläne zu.

Prognosen zufolge kam Renzis Partei in den sieben Regionen zusammen auf 22,6 Prozent, gefolgt von der Protestpartei Fünf-Sterne-Bewegung des Ex-Komikers Beppe Grillo mit 19,6 Prozent und der Lega Nord mit 12,9 Prozent. Für die konservative Forza Italia des früheren Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi stimmten demnach 10,3 Prozent. Die Endergebnisse werden im Laufe des Tages erwartet.

Die Regierung des 40-jährigen Regierungschefs Renzi hatte auf ein starkes Ergebnis gehofft, um Rückendeckung für geplante Arbeitsmarkt-, Bildungs- und Verfassungsreformen zu bekommen. Die Änderungen stoßen bei Gewerkschaften, der Opposition und beim linken Flügel der PD auf Widerstand.