Wegen des Terroranschlags nahe Lyon hat Israels Einwanderungsminister die französischen Juden dazu aufgerufen, nach Israel zu immigrieren. "Der Antisemitismus wächst, der Terrorismus greift um sich und Berichten zufolge mordet der 'Islamische Staat' mitten am Tag", sagte Zeev Elkin israelischen Medien zufolge. "Wir sind darauf vorbereitet, unsere Arme für die Juden Frankreichs zu öffnen."

Knapp ein halbes Jahr nach den Mordanschlägen auf die Redaktion der Satirezeitschrift Charlie Hebdo und einen jüdischen Supermarkt in Paris ist Frankreich am Morgen erneut von einem islamistischen Anschlag erschüttert worden. In dem Ort Saint-Quentin nahe Lyon griffen Unbekannte eine Fabrik des US-Unternehmens Air Products an, das Gasprodukte für die Industrie herstellt. Mindestens ein Mensch wurde bei dem Anschlag getötet. Bisher gibt es keinen Anlass, antisemitische Motive hinter dem Angriff zu vermuten. 

Anfang Januar waren bei einer islamistischen Anschlagsserie in Paris auch mehrere Juden getötet worden. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatte die jüdischen Franzosen daraufhin aufgefordert, nach Israel zu kommen. 2014 waren 7.000 Juden von Frankreich nach Israel ausgewandert – mehr als doppelt so viele wie noch 2013.  

Die Zahl antisemitischer Attacken in Frankreich hatte sich 2014 im Vergleich zum Vorjahr deutlich erhöht. Im vergangenen Jahr gab es nach Angaben des jüdischen Dachverbandes (Crif) 854 Fälle, im Jahr 2013 waren es demnach noch 423 Taten. Die Zahl der Angriffe und Beleidigungen habe sich verdoppelt, die Zahl der körperlichen Gewalttaten gegen Menschen sei sogar um 130 Prozent gestiegen. Der überwiegende Teil der Angriffe wurde demnach in Paris, Marseille, Lyon, Toulouse, Straßburg oder Nizza registriert.