Die international anerkannte libysche Regierung hat den Tod des algerischen Terroristen Mokhtar Belmokhtar bei einem US-Luftangriff verkündet. Bei dem Einsatz im Osten Libyens seien auch mehrere libysche Mitglieder einer Terrororganisation gestorben, teilte die Regierung in Tobruk mit. Die USA machen Belmokhtar für den Überfall auf eine Gasanlage 2013 in Algerien verantwortlich. Damals wurden 38 Geiseln, darunter drei Amerikaner, getötet. 

Das Außenministerium in Washington bestätigte lediglich, Belmokhtar stelle eine anhaltende Gefahr für US-Bürger dar und sei Ziel eines Militäreinsatzes in Libyen gewesen. Pentagon-Sprecher Steve Warren sagte, die Armee gehe davon aus, dass die Attacke erfolgreich verlaufen und das Ziel getroffen worden sei.

"Es war ein einzelner Angriff, ausgeführt von einem bemannten Flugzeug", zitierte der US-Sender CNN einen Vertreter des Verteidigungsministeriums. Die libysche Regierung teilte mit, der Luftangriff sei nach Absprache mit Washington erfolgt.  

2013 war Belmokhtar bereits einmal fälschlicherweise für tot erklärt worden. Auch nach dem jüngsten Angriff in Libyen ist sein Tod nicht zweifelsfrei bestätigt. Ein Islamist mit Verbindungen zu Extremistengruppen in Libyen hat die Berichte bereits dementiert: Der Angriff in Adschdabija habe Belmokhtar wahrscheinlich verfehlt und stattdessen vier andere Menschen getötet, sagte der Mann der Nachrichtenagentur AP. Die Getöteten seien demnach Mitglieder der terroristischen Miliz Ansar al-Scharia.

USA sahen in Belmokhtar Bedrohung für westliche Interessen

Belmokhtar war früher der Anführer des Terrornetzwerks Al-Kaida im islamischen Maghreb (Aqmi) und wurde später Chef der Dschihadistengruppe Al-Murabitun. Die Gruppe war 2013 aus Belmokhtars algerischer Islamistengruppe "Die mit Blut unterzeichnen" und der in Mali aktiven "Bewegung für Einheit und Dschihad in Westafrika" (Mujao) hervorgegangen.

Die USA hatten im vergangenen Jahr formal Terrorvorwürfe gegen Belmokhtar wegen der Attacke auf die Förderanlagen eines Erdgasfeldes in der Nähe von In Aménas erhoben. Dies begründeten US-Vertreter damit, dass er weiterhin für eine Bedrohung amerikanischer und westlicher Interessen gehalten werde.

In Libyen herrscht seit dem Sturz des langjährigen Staatschefs Muammar al-Gaddafi 2011 Chaos und Gewalt. Eine islamistische Regierung herrscht von Tripolis aus, die international anerkannte Regierung ist nach Tobruk geflohen. Die instabile Lage in Libyen wird von Dschihadistengruppen wie dem "Islamischen Staat" (IS) ausgenutzt.