Barack Obama gemeinsam mit dem kenianischen Präsidenten Uhuru Kenyatta in Nairobi © Thomas Mukoya/Reuters

Bei seinem Kenia-Besuch hat US-Präsident Barack Obama die Diskriminierung Homosexueller angeprangert. Dass Bürger aufgrund ihrer Liebe zu gleichgeschlechtlichen Partnern "anders behandelt oder misshandelt werden, ist falsch – Punkt," sagte Obama nach einem Treffen mit dem kenianischen Staatschef Uhuru Kenyatta in Nairobi. Dieser widersprach.

Schwulenrechte seien in seinem Land kein Thema, sagte Kenyatta. "Wir können den Menschen nur schwer etwas aufzwingen, was sie selbst nicht akzeptieren", sagte er und räumte ein, dass er in dieser Frage die Meinung des US-Präsidenten nicht teile. Die kenianische Kultur und Gesellschaft akzeptiere Homosexualität nicht. In den Köpfen der Kenianer sei das einfach kein Thema – "und das ist ein Fakt", sagte Kenyatta. 

Obama nutzte die Gelegenheit für klare Kritik. "Ich glaube an den Grundsatz, Menschen vor dem Gesetz gleich zu behandeln, und dass sie vor dem Gesetz denselben Schutz genießen." Die Weltgeschichte zeige, dass Freiheit zerfasere und "schlechte Dinge" geschehen, sobald Menschen ungleich behandelt würden. "Wenn eine Regierung sich angewöhnt, Menschen unterschiedlich zu behandeln, können diese Angewohnheiten sich verbreiten", sagte Obama. Als Afroamerikaner seien ihm die Probleme von Ungleichbehandlung schmerzhaft bewusst. 

Gleichgeschlechtliche Beziehungen sind in Kenia bis heute illegal und können mit Haftstrafen von bis zu 14 Jahren bestraft werden. Homophobie nimmt in Kenia ebenso wie in ganz Afrika zu. Auch Kenyattas Vize William Ruto, den Obama in Nairobi ebenfalls traf, ist bekannt für seine Ausfälle gegen Homosexuelle.

Obama war am Freitagabend in Kenia eingetroffen, es ist sein erster Besuch im Land seines Vaters in seiner Amtszeit als US-Präsident. Lange Zeit mied Obama Kenia wegen einer Anklage Kenyattas vor dem Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag. Dieser musste sich nach blutiger ethnischer Gewalt nach der Präsidentschaftswahl des Jahres 2007 wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit verantworten. Die Anklage wurde aber im Dezember überraschend zurückgenommen.