US-Präsident Barack Obama hat sich erstmals in die Debatte um einen möglichen EU-Austritt Großbritanniens eingemischt. In einem am Freitagmorgen veröffentlichten Interview mit dem Nordamerika-Programm des britischen Auslandssenders BBCwarnte er die Briten vor einem "Brexit", wenn sie ihre Rolle in der Weltpolitik behalten wollten. 

Premierminister David Cameron will seine Landsleute spätestens 2017 in einem Referendum über den Verbleib in der EU abstimmen lassen. Bis dahin nutzt er das Referendum dazu, Reformen auszuhandeln, die den Interessen seines Landes entsprechen.

Obama betonte die außenpolitische Rolle des Inselstaats: "Großbritannien in der EU zu wissen gibt uns viel mehr Vertrauen in die Stärke der transatlantische Partnerschaft." Solange das Land in der Europäischen Union bleibe, sei es Teil der Institutionen, die die Welt nach dem Zweiten Weltkrieg sicherer und wohlhabender gemacht hätten. "Und wir wollen, dass das so bleibt."

"Großbritannien ist immer unser wichtigster Partner gewesen", sagte Obama im Gespräch mit Moderator Jon Sopel weiter. "Mit keinem anderen Land teilen wir so viele gemeinsame Werte und keiner unserer Partner ist außenpolitisch so fähig." Damit spielte er vor allem auf das militärische Engagement Großbritanniens an. Kein anderer Partner der USA setze seine Macht so sehr über eigene Interessen hinaus dafür ein, "die Welt sicherer zu machen". Als eines der wenigen Länder erfüllt Großbritannien das von der Nato ausgerufene Ziel, mindestens zwei Prozent des Bruttoinlandsproduktes für den Verteidigungshaushalt auszugeben.

Beim Staatsbesuch der britischen Königin in Berlin im Juni hatte auch Bundespräsident Joachim Gauck an die Queen appelliert, ihr Land solle in der EU bleiben. Elizabeth II stimmte zu. Sie nannte eine Spaltung Europas "gefährlich".