Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) © Axel Schmidt/Reuters

Vizekanzler Sigmar Gabriel (SPD) hat eine deutsche Vermittlerrolle zur Entspannung der Beziehungen zwischen dem Iran und Israel angeboten. Während seines dreitägigen Iran-Besuchs verteidigte er das Existenzrecht Israels, das von der Regierung in Teheran angezweifelt wird. "Für Deutschland muss klar sein: Wer immer mit uns nachhaltige Beziehungen hat, der kann nicht das Existenzrecht Israels politisch infrage stellen", sagte er. Der Bild-Zeitung sagte er, er werde auf eine Anerkennung Israels durch den Iran dringen.

Israel sieht sich von der Regierung in Teheran massiv bedroht und lehnt auch das Atomabkommen als zu lasch ab. Irans geistliches Oberhaupt, Ajatollah Ali Chamenei, hatte in seiner ersten Rede nach dem Atomabkommen betont, dass sein Land den Kurs gegenüber dem "Erzfeind" Israel nicht ändern wolle.

Der Vizekanzler und Wirtschaftsminister ist der erste westliche Spitzenpolitiker, der den Iran nach dem Abschluss des historischen Abkommens besucht. Der SPD-Vorsitzende betonte, dass es ihm nicht nur um die von der deutschen Wirtschaft erhofften Milliardengeschäfte gehe. "Das wichtigste Signal ist: Sich auf friedlichem Wege zu verständigen, auf den Bau von Atomwaffen zu verzichten, lohnt sich für alle Seiten – auch für den Iran."

Er wolle auch über Menschenrechte, Öffnung der Gesellschaft, Meinungsfreiheit und Demokratisierung sprechen. "Der Schritt zu dem Atomabkommen ist ein großer Schritt", sagte Gabriel. Es müssten aber weitere folgen.

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag begrüßte den Besuch als "Signal der Ermutigung" an die deutschen Unternehmen. Die Einigung im Atomstreit sei nicht nur politisch, sondern auch wirtschaftlich ein bedeutender Wendepunkt, sagte der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Eric Schweitzer, der Deutschen Presse-Agentur. Der DIHK geht davon aus, dass die deutschen Exporte in den Iran binnen vier Jahren von 2,39 Milliarden in 2014 auf zehn Milliarden Euro mehr als vervierfacht werden können.

Atomabkommen - So überwacht die Internationale Atomenergiebehörde das Abkommen mit dem Iran Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) überwacht das mit dem Iran erzielte Atomabkommen. Die Behörde zeigte, welche Geräte sie dafür nutzt.