Ausgebrannte Autos nach den Gefechten in Mukatschewe © Alexander Zobin/AFP/Getty Images

Mindestens drei Menschen sind in der Westukraine bei einer Schießerei zwischen der Polizei und Anhängern der paramilitärischen Nationalorganisation Rechter Sektor getötet worden. Bei zwei Toten handele es sich um Mitglieder der Organisation, teilte der Rechte Sektor mit. Ein Berater des Innenministeriums sprach von drei Toten. Drei Polizisten und vier Zivilisten seien verletzt worden.

Präsident Petro Poroschenko ordnete an, die Ruhe in der Stadt Mukatschewe nahe der ungarischen und slowakischen Grenze wieder herzustellen. Bilder zeigten brennende Autos in dem Ort, der mehr als 1.000 Kilometer vom Kriegsgebiet in der Ostukraine entfernt liegt. Medienberichten zufolge seien Teile der Stadt wegen des mit Militärwaffen ausgetragenen Machtkampfes evakuiert worden.  

Die Polizei habe bewaffnete Männer in einem Waldstück nahe der Stadt Mukatschewe umzingelt und versucht, sie zur friedlichen Kapitulation zu bewegen, teilte die regionale Staatsanwaltschaft mit. Die genauen Hintergründe des Angriffs waren zunächst unklar.

Die paramilitärische Nationalorganisation Rechter Sektor wirft dem in der Region ansässigen Parlamentsabgeordneten Michail Lano vor, in den Vorkarpaten unter dem Schutz der Behörden ein Schmuggelkartell zu betreiben.

Der Rechte Sektor ist eine der militanten Splittergruppen, die sich an den massiven Protesten in Kiew beteiligt hatten, die im Februar 2014 zu der Flucht des prorussischen Präsidenten Viktor Janukowitsch geführt hatten. Nachdem im Osten des Landes der Kampf gegen prorussische Separatisten ausgebrochen war, kämpfte die Organisation an der Seite der Regierungstruppen. Amnesty International wirft den Nationalisten vor, Zivilisten gefangen zu halten und zu foltern.