Frankreichs Präsident François Hollande fordert Konsequenzen aus der Griechenland-Krise und hat sich für eine stärkere wirtschaftliche Abstimmung in Europa stark gemacht. "Wir brauchen eine Wirtschaftsregierung", sagte der Staatschef im Interview mit den französischen TV-Sendern France 2 und TF1. "Die Eurozone ist eine Garantie, eine Sicherheit." Europa brauche eine stärkere Basis, sagte Hollande, "zum Beispiel ein Parlament für die Eurozone".

Über eine stärkere Präsenz der Abgeordneten könne die Demokratie mehr Raum bekommen, so der Präsident. Hollande verwies darauf, dass es mit Bankenunion oder Haushaltsdisziplin bereits eine stärkere europäische Integration gebe.

Hollande plädierte zugleich für eine größere Harmonisierung der Fiskal- und Sozialpolitik in der Eurozone wie auch für einen gemeinsamen Haushalt für Investitionen.

Frankreich und Deutschland machen sich seit Längerem für eine engere politische Zusammenarbeit in der Eurozone stark. So schlug der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble Durchgriffsrechte für einen europäischen Finanzminister in die nationalen Haushalte vor. 

Auch in der jetzigen Krise sei eine Verständigung auf Ebene der Euroländer möglich gewesen, "weil Frankreich und Deutschland vereint waren", sagte Hollande. Beide Länder führten nicht auf europäischer Ebene, "aber ohne Frankreich und Deutschland kommt Europa nicht voran". 

Griechenland kann auch weiterhin mit Unterstützung aus Paris rechnen. "Das griechische Volk hat bereits viel gelitten", sagte Hollande. Gleichzeitig betonte er die Notwendigkeit von Veränderungen: "Reformen zu fordern, ist legitim." Solche Reformen müssten Wachstum fördern, sagte Hollande.

Für die Eurozone habe er "eine ehrliche Solidarität" mit Griechenland verspürt, auch wenn er "bei einigen Partnern eine Versuchung für einen Ausschluss gespürt habe."