Vor 36 Jahren haben die USA erstmals Wirtschaftssanktionen gegen den Iran verhängt; andere westliche Staaten folgten. Seit 13 Jahren schwelt der Atomstreit, der nun mit der Vereinbarung von Wien beigelegt werden könnte. Die Ereignisse im Überblick:

1979: Die USA verhängen Sanktionen gegen den Iran, nachdem am 4. November 1979 52 US-Diplomaten in der US-Botschaft in Teheran als Geiseln genommen werden. Die Geiselnahme war Teil der Islamischen Revolution: Religiöse Kräfte übernehmen die Macht und Schah Reza flieht ins Ausland. In den folgenden Jahren schließen sich zahlreiche westliche Staaten den Sanktionen an.  

2002: Erste Hinweise auf ein mögliches geheimes Atomprogramm des Iran tauchen auf.  

2003: Der Iran erklärt sich bereit, die Anreicherung von Uran und die Wiederaufbereitung von Brennstäben auszusetzen. Die Regierung in Teheran unterzeichnet das Zusatzprotokoll zum Atomwaffensperrvertrag, das den Inspekteuren der Internationalen Atomenergieagentur (IAEA) uneingeschränkten Zugang zu allen Atomanlagen des Landes erlaubt.

2005: Die Gespräche mit Vertretern Deutschlands, Frankreichs und Großbritanniens kommen ins Stocken, nachdem der Iran seine Anlage zur Uranumwandlung in Isfahan wieder in Betrieb genommen hat.

2006: Der Iran nimmt die Urananreicherung wieder auf und wendet das Zusatzprotokoll nicht mehr an. Der UN-Sicherheitsrat verhängt erste Sanktionen gegen Teheran. Später folgen weitere Strafmaßnahmen.

2008: EU-Chefdiplomat Javier Solana macht im Namen der fünf UN-Vetomächte und Deutschlands (5+1-Gruppe) der Regierung in Teheran ein neues Angebot zur Kooperation. Der Iran lehnt den Verzicht auf Urananreicherung aber ab. Weitere 5+1-Gespräche bleiben ergebnislos.

April 2009: Irans damaliger Präsident Mahmud Ahmadinedschad eröffnet die erste Nuklearbrennstofffabrik des Landes in Isfahan.    

November 2011: Die IAEA berichtet, der Iran habe an der Entwicklung der Atombombe gearbeitet. Die Regierung in Teheran dementiert dies.

Januar 2012: Die EU-Außenminister beschließen ein Ölembargo gegen den Iran und frieren europäische Konten der iranischen Zentralbank ein. Später blockieren auch die USA Vermögen der iranischen Regierung. 

April 2012: Nach mehr als einem Jahr Unterbrechung werden die Gespräche zwischen den Vetomächten im UN-Sicherheitsrat und Deutschland mit dem Iran wieder aufgenommen.

Juni 2013: Der als gemäßigt geltende Hassan Ruhani wird zum Präsidenten Irans gewählt, im August tritt er sein Amt an. Internationale Beobachter erhoffen sich von dem Machtwechsel eine Einigung im Atomstreit. Im Parlament stellen jedoch nach wie vor religiöse Hardliner die Mehrheit. Zudem ist im Iran die Macht des Präsidenten durch den Wächterrat stark eingeschränkt. Der Wächterrat setzt sich aus zwölf Geistlichen und Richtern zusammen, die dem religiösen Lager entstammen und sich Reformen meist widersetzen.  

November 2013: Neue Verhandlungen in Genf münden in eine Übergangslösung. Der Iran muss sein Atomprogramm zunächst für sechs Monate stoppen. Dafür sollen erste Sanktionen gelockert werden.

September 2014: Am Rande der UN-Vollversammlung in New York, an der auch der iranische Präsident Hassan Ruhani teilnimmt, gibt es eine neue Verhandlungsrunde zwischen dem Iran und der 5+1-Gruppe.

November 2014: In Wien scheitert eine neue Gesprächsrunde, die Verhandlungen gehen aber weiter.

März 2015: Eine Lösung scheint näher zu rücken. Verhandlungen in Lausanne sind aber bei Fristablauf am 31. März nicht abgeschlossen.

April 2015: Nach Verlängerung der Verhandlungen verständigen sich die UN-Vetomächte und Deutschland mit dem Iran in Lausanne auf Eckpunkte einer Vereinbarung.

Juni 2015: Die Verhandlungen über ein endgültiges Abkommen treten in Wien in die entscheidende Phase. Die ursprünglich auf den 30. Juni festgelegte Frist für eine Einigung wird bis zum 7. Juli verlängert.

Juli 2015: Die Atomverhandlungen der internationalen Gemeinschaft mit dem Iran werden am 7. Juli noch einmal um einige Tage verlängert. Am 14. Juli wird ein Abkommen erzielt.