Myanmars Präsident Thein Sein hat 6.966 Gefangene begnadigt. Unter ihnen sollen sich 210 Ausländer befinden. Sein habe die Amnestie "aus humanitären Gründen und mit Blick auf die nationale Aussöhnung erlassen", teilte das Informationsministerium mit. Sie soll sofort wirksam sein.

Ob auch Aktivisten der Demokratiebewegung begünstigt sind, blieb zunächst offen. Unter den Begnadigten befinden sich auch einige frühere Mitarbeiter des Militärgeheimdienstes, die zuvor aus ihren Ämtern entfernt und inhaftiert worden waren.

Der Zeitpunkt der Begnadigungen fällt mit einem buddhistischen Feiertag zusammen. Auch die für November geplanten Parlamentswahlen könnten eine Rolle spielen. Sein hatte bereits 2013 versprochen, alle politischen Gefangenen innerhalb weniger Monate freilassen zu wollen. Menschenrechtsorganisationen warfen der Regierung immer wieder vor, die Inhaftierten mit wohldosierten Ankündigungen politisch zu instrumentalisieren.

Myanmar war bis 2011 eine Militärdiktatur, die sich unter Thein Sein für demokratische Reformen öffnete. Trotz der offiziellen Beendigung der Herrschaft der Militärjunta im Jahr 2011 liegt die Macht weiterhin bei den Generälen.