Bei einem Doppelanschlag auf den zentralen Markt der Stadt Gombe im unruhigen Nordosten Nigerias sind mindestens 49 Menschen getötet worden. Zudem seien 71 Menschen verletzt worden, mehrere davon so schwer, dass sie in Lebensgefahr seien, sagte ein Vertreter der Rettungskräfte. Die Opferzahl könne weiter steigen. Viele Kinder und Frauen waren demnach unter den Toten. Zunächst bekannte sich niemand zu dem Anschlag, der jedoch die Handschrift der islamistischen Rebellengruppe Boko Haram trug, die in der Region immer wieder derartige Angriffe begeht.

Der Händler Badamasi Amin hatte zuvor berichtet, die erste Explosion habe sich an einem Schuhladen ereignet, die zweite sei wenige Minuten später auf der gegenüberliegenden Straßenseite erfolgt, als er sich mit anderen Händlern und Käufern um die Verletzten der ersten Explosion bemühte. Der Markt war im Moment des Anschlags voller Menschen, die vor dem Fest Eid al-Fitr zum Ende des islamischen Fastenmonats Ramadan am Freitag letzte Einkäufe erledigen wollten. Ob der Sprengstoff auf dem Markt angebracht war oder ob es sich um einen Selbstmordattentäter handelte, war Polizeiangaben zufolge unklar.

Gombe war in den vergangenen Monaten wiederholt Ziel von Bomben- und Selbstmordanschlägen. Im Februar hatten Hunderte Kämpfer von Boko Haram die Stadt gestürmt und über Stunden auf die Bewohner gefeuert. Der gleichnamige Staat grenzt an die Bundesstaaten Borno, Yobe und Adamawa, die am schwersten vom Aufstand der Islamisten betroffen sind. Boko Haram kämpft seit 2009 mit Gewalt gegen den nigerianischen Staat. Seitdem wurden in dem Konflikt mehr als 15.000 Menschen getötet.