Die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK hat sich zum Mord an zwei Polizisten in der südtürkischen Provinz Şanlıurfa bekannt. Die Tat sei Vergeltung für den Anschlag im nahe gelegenen Suruç vom Montag, hieß es in einer Erklärung des militärischen Arms der PKK (HPG). Der Anschlag wird der Terrormiliz "Islamischer Staat" zugeschrieben.

Die Organisation unterstellte in ihrer Mitteilung den getöteten Polizisten eine Zusammenarbeit mit der Terrormiliz. Die beiden Beamten waren am Mittwoch im Bezirk Ceylanpınar nahe der türkischen Grenze tot in einem Haus aufgefunden worden. Sie wurden erschossen. 

Bei dem Attentat in Suruç nahe der syrischen Grenze waren 32 Menschen getötet und etwa Hundert weitere verletzt worden. Nach Angaben der Regierung deuten erste Erkenntnisse auf einen IS-Selbstmordattentäter hin.

Der IS beherrscht in den türkischen Nachbarländern Irak und Syrien große Gebiete und kontrolliert auch Teile der Grenze zur Türkei. Zuletzt hatte der IS Territorium in Syrien wieder an die kurdischen HPG-Volkschutzeinheiten verloren.

Die türkische Regierung will hart gegen die Terrormiliz vorgehen. "Der Kampf gegen Daesh (IS) wird mit Entschlossenheit fortgeführt", sagte Präsidentensprecher Ibrahim Kalin. Zugleich wies er Vorwürfe der Opposition zurück, die Regierung unternehme zu wenig gegen den IS. 

Kalin sagte weiter, seit der Aufnahme des IS in die Terrorliste im Oktober 2013 habe die Türkei 1.600 Ausländer mit Verbindungen zur Terrormiliz abgeschoben und gegen mehr als 15.000 Einreiseverbote verhängt. Die Behörden hätten zudem mehr als 500 Verdächtige festgenommen und gegen etwa Hundert Haftbefehl erlassen.

Wegen des Anschlags hatte die Türkei vorübergehend Twitter gesperrt. So wollte die Regierung verhindern, dass Menschen zum Protest organisieren.