Die EU-Kommission will mehrere Mitgliedsstaaten bei der Bewältigung der steigenden Zahl von Flüchtlingen unterstützen. Mit rund 2,4 Milliarden Euro soll besonders Ländern wie Griechenland, Italien und Spanien bei der Aufnahme und Integration, aber auch der schnelleren Ausweisung von abgelehnten Asylbewerbern geholfen werden.

Wie die Brüsseler Behörde mitteilte, hat sie in diesem Monat insgesamt 23 Programme gebilligt, die vor allem Staaten an den Außengrenzen der EU zugutekommen sollen. Italien soll 558 Millionen, Spanien 521,8 Millionen und Griechenland mehr als 470 Millionen Euro bekommen. 

Der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras hatte erklärt, sein von der Pleite bedrohtes Land sei nicht in der Lage, den Zustrom von Flüchtlingen aus Syrien oder Afghanistan allein zu bewältigen. Das UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) hatte von "beschämenden" Zuständen in Griechenland berichtet und eine umgehende Reaktion gefordert. Nach UN-Angaben kamen zwischen Januar und Juli bereits 124.000 Flüchtlinge in Griechenland an. Eine geeignete Infrastruktur für deren Aufnahme gibt es vor Ort nicht.

Die ersten Auszahlungen sollen schnell erfolgen, sagte eine Kommissionssprecherin. Die Gelder werden für den Zeitraum bis 2020 gewährt und stammen aus dem europäischen Asyl-, Migrations- und Integrationsfonds (AMIF) sowie aus dem Fonds für die innere Sicherheit (ISF). Insgesamt stehen aus den beiden Fonds bis 2020 rund sieben Milliarden Euro zur Verfügung.

Auch Frankreich und Großbritannien erhalten Gelder, um die Lage in Calais verbessern zu können. In der französischen Hafenstadt versuchen seit Monaten Tausende Flüchtlinge durch den Kanal-Tunnel nach Großbritannien zu gelangen. Bereits zehn Menschen sind dabei umgekommen. 

Im Mittelmeer wurden allein am Montag mehr als 1.550 Flüchtlinge aus Seenot gerettet. Sie hätten sich an Bord von insgesamt sieben Booten vor der libyschen Küste befunden, teilte die italienische Küstenwache mit. Das von Ärzte ohne Grenzen und der maltesischen Organisation Moas betriebene Schiff Phoenix habe 230 Menschen an Bord von zwei Booten gerettet. Anschließend habe das Schiff 125 weitere Flüchtlinge aufgenommen, die zunächst vom irischen Marineschiff Niamh gerettet worden seien.