Bei der Explosion einer Lkw-Bombe in der irakischen Hauptstadt Bagdad sind nach Angaben aus Polizeikreisen mindestens 62 Menschen getötet worden. Mindestens 86 weitere seien bei der Detonation auf einem belebten Markt im Stadtviertel Sadr City verletzt worden. Krankenhausbeamte bestätigten die Zahlen.

"Donnerstags ist der Markt besonders voll, weil Menschen aus den anderen Provinzen kommen, um sich für das Wochenende mit Essen einzudecken", sagte ein Polizeibeamter. Bei dem Lkw habe es sich um einen Kühlwagen gehandelt. Daher sei es unmöglich gewesen, ihn von anderen Lastwagen zu unterscheiden, die Erzeugnisse zum Markt lieferten.

Durch die Explosion wurde ein Großteil des Marks eingeäschert. Noch lange nach der Detonation löschten Feuerwehrleute den noch schwelenden Komplex mit Wasser.

Der Angriff habe Schiiten gegolten, erklärte die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) auf Twitter. Sie sollten das gleiche Leid erfahren wie die Sunniten durch schiitische Bombardements. Der IS drohte zudem mit weiteren Anschlägen.

Die Kämpfer des IS hatten im Juni 2014 weite Teile des Irak eingenommen. Mit Unterstützung einer von den USA angeführten Militärkoalition sowie des Iran kämpfen die irakischen Streitkräfte darum, die Dschihadisten zurückzudrängen. Dennoch kontrolliert der sunnitische IS etwa ein Drittel des Irak.