Etwa jeder siebte deutsche IS-Kämpfer ist bisher im Krieg in Syrien und Irak getötet worden. "Es sind etwa 100 Fälle bekannt", sagte Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) der Bild am Sonntag. Seit 2012 sind rund 700 deutsche Islamisten nach Syrien und in den Irak aufgebrochen. 

Gut ein Drittel der 700 deutschen Islamisten befindet sich laut Innenminister wieder in Deutschland. Gegen die damit verbundene Terrorgefahr würden die Sicherheitsbehörden alle ihnen zur Verfügung stehenden und rechtlich zulässigen Instrumente einsetzen. So würden dauernd Ausreisen verhindert und Verfahren gegen Rückkehrer eingeleitet. Derzeit laufen fast 600 Ermittlungen gegen mehr als 800 Beschuldigte.   

Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen hatte bereits im März geäußert, deutsche und andere ausländische Kämpfer würden vom IS "regelrecht verheizt". Der Anstieg der Toten zeige die brutale Realität des "Islamischen Staats" (IS). Anders als früher in dem afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet Waziristan werde "der einzelne Tote nicht mehr als Märtyrer gefeiert, sondern ist nur noch Teil einer namenlosen Kriegsmasse". Oft erhalten die ausländischen Kämpfer vom "Islamischen Staat" nur wenig Training und werden unvorbereitet an die Front geschickt, wie Rückkehrer berichten. Waziristan galt vor dem Erstarken des IS als Ziel von gewaltbereiten Islamisten aus Deutschland. 

Die Miliz "Islamischer Staat" kämpft in Syrien gegen andere Aufständische sowie Regierungstruppen. Sie hat weite Teile Syriens und des benachbarten Irak unter ihre Kontrolle gebracht und dort ein Kalifat ausgerufen.