Für das Attentat auf das US-Konsulat in Istanbul könnte die linksextreme Revolutionäre Volksbefreiungspartei-Front (DHKP-C) verantwortlich sein. Eine der beiden Frauen, die das Feuer auf das Konsulat eröffnet hatten, war angeschossen und festgenommen worden. Die 42-Jährige sei Mitglied der DHKP-C und erst im vergangenen Monat aus der Haft entlassen worden, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu.

Auf ihrer Website schrieb die DHKP-C, die USA seien ein "Feind der Menschen im Nahen Osten". Die festgenommene Frau sei eine "Revolutionärin", die gegen die amerikanische Unterdrückung kämpfe. Der Kampf werde weitergehen, bis alle Stützpunkte der USA in der Türkei beseitigt seien. Explizit zu dem Angriff bekannte sich die Gruppe jedoch nicht.

Die DHKP-C ist in der Türkei und den USA als terroristische Organisation verboten. Sie bekannte sich im Jahr 2013 zu einem Selbstmordattentat auf die US-Botschaft in Ankara.

Das türkische Außenministerium verurteilte den Angriff scharf. Den Kampf gegen Terrorismus werde man in Solidarität zu den amerikanischen Freunden weiter unerbittlich fortsetzen. Das US-Konsulat teilte mit, man werde am 11. August unter verstärktem Sicherheitsaufgebot wieder öffnen. Alle US-Bürger in der Türkei seien dazu aufgerufen, großen Versammlungen fernzubleiben.

Ban Ki Moon besorgt über die Gewalt

Mindestens neun Menschen waren in Istanbul und im Südosten des Landes bei einer Serie von Anschlägen getötet worden. Bei einem Bombenanschlag und einem anschließenden Angriff auf eine Polizeiwache in Istanbul wurden mindestens vier Menschen getötet und zehn weitere verletzt, wie Istanbuls Gouverneur Vasip Sahin mitteilte. Sahin machte die kurdische Arbeiterpartei (PKK) verantwortlich für das Attentat. Bei den Toten handele es sich um einen Polizisten und drei der Angreifer. Zu dem Angriff bekannte sich allerdings niemand.

Vier weitere Polizisten wurden bei einem Sprengstoffanschlag in der südosttürkischen Provinz Şırnak getötet. Beim Beschuss eines Militärhubschraubers in derselben Provinz kam nach Armeeangaben ein Soldat ums Leben. Für diese Angriffe machten Behörden eine "separatistische Terrororganisation" verantwortlich, womit ebenfalls die PKK umschrieben wird.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon verurteilte die Serie von Terrorangriffen. Er sei zutiefst besorgt über die Gewalt, hieß es in einer Mitteilung der Vereinten Nationen.

Seit dem IS-Anschlag in Suruç am 20. Juli eskaliert die Gewalt in der Türkei. Ein Attentäter hatte 32 Menschen mit in den Tod gerissen, unter ihnen hauptsächlich Mitglieder einer kurdischen Jugendorganisation. Zwei Tage danach ermordeten PKK-Kämpfer zwei Polizisten, denen sie Kollaboration mit dem IS vorwarfen. Am 24. Juli griff die türkische Luftwaffe zunächst Stellungen des IS in Nordsyrien und dann solche der PKK im Nordirak an. Fast alle Luftangriffe seitdem galten der PKK.