Die Arabische Liga hat sich nicht auf Luftunterstützung für Libyens Kampf gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" geeinigt. Die libysche Regierung in Tobruk hatte um "gezielte Luftangriffe" auf IS-Stellungen in Sirte gebeten, um den Vormarsch der Extremisten zu stoppen. Die libysche Luftwaffe sei wegen des Waffenembargos, das die Vereinten Nationen 2011 verhängt hatten, nicht dazu in der Lage.

Die Arabische Liga hatte deshalb eine außerordentliche Sitzung in Kairo einberufen. Anstelle der geforderten Luftunterstützung sprachen sich die Mitgliedsländer aber nur allgemein für eine militärische Unterstützung aus. Es müsse dringend eine "arabische Strategie" umgesetzt werden, um Libyen im Kampf gegen den IS-Terror zu helfen.

Die IS-Miliz hatte Sirte im Juni erobert. Bei Gefechten zwischen bewaffneten Milizen und IS-Kämpfern wurden dort in den vergangenen Tagen Dutzende Menschen getötet. Die Dschihadisten machen sich zunehmend das Chaos zunutze, das in Libyen seit dem Sturz und dem gewaltsamen Tod des langjährigen Machthabers Muammar al-Gaddafi im Herbst 2011 herrscht.   

Die Städte werden von rivalisierenden Milizen kontrolliert, während landesweit zwei rivalisierende Parlamente und Regierungen die Macht für sich beanspruchen. Im östlichen Tobruk ist das international anerkannte Parlament ansässig, während sich in Tripolis das nicht anerkannte islamistisch dominierte Gegenparlament befindet.

Ägypten und die Vereinigten Arabischen Emirate flogen in den vergangenen beiden Jahren eine begrenzte Zahl von Luftangriffen auf Stellungen des IS und anderer Islamistengruppen in Libyen.

Die Arabische Liga beschloss im März auf Drängen Kairos die Gründung einer gemeinsamen Eingreiftruppe, um die Dschihadisten in der Region zu bekämpfen. Die Armeechefs der Mitgliedstaaten kamen seitdem zwei Mal zu Beratungen zusammen, um Einzelheiten zu besprechen. Das nächste Treffen soll Ende August in der ägyptischen Hauptstadt stattfinden.