Flüchtlinge warten in Gevgelije auf den nächsten Zug. © Stoyan Nenov/Reuters

Mazedonien hat angesichts der Flüchtlingskrise den Ausnahmezustand ausgerufen. Die Regierung in Skopje teilte mit, der "verstärkte Druck" auf die südliche Landesgrenze durch die zahlreichen Flüchtlinge aus Richtung Griechenland machten dies erforderlich. Um die Krise zu bewältigen, müsse die Grenzregion besser kontrolliert werden, unter anderem durch den Einsatz des Militärs.

An einer wichtigen Route blockierte die mazedonische Polizei die Grenze zu Griechenland und setzte damit Tausende Flüchtlinge fest. Konkret betroffen sind die Hauptverkehrsader zwischen Skopje und der griechischen Hauptstadt Athen. Nur sporadisch sei kleinen Gruppen die Einreise gestattet worden, hieß es. Ziel der Behörden ist es, den Druck auf die grenznahe Stadt Gevgelija zu mindern. Von dort versuchen jeden Tag zahlreiche Flüchtlinge einen der drei Züge in Richtung Serbien zu nehmen, von wo sie meist weiter in Richtung Norden reisen wollen.

Mazedonien ist für die Flüchtlinge, die von Griechenland kommen, eine wichtige Transitroute auf dem Weg in nördlicheren EU-Staaten geworden. Am 19. Juni verabschiedete das mazedonische Parlament ein neues Asylgesetz, das die faktisch komplette Öffnung der Grenzen erlaubte. Fast 39.000 Flüchtlinge, die meisten Syrer, wurden im vergangenen Monat bei ihrem Weg durch den verarmten Balkanstaat registriert. Das ist das Doppelte im Vergleich zum Vormonat.