Nord- und Südkorea haben sich in ihrer jüngsten Krise auf eine Deeskalation geeinigt. Der Norden habe sein Bedauern über die Explosion von Landminen in der demilitarisierten Grenzzone ausgedrückt, erklärte der südkoreanische Unterhändler Kim Kwan Jin nach dem Ende von Marathon-Verhandlungen. Im Gegenzug sagte der Süden zu, die Propaganda-Beschallung durch Lautsprecher an der gemeinsamen Grenze am Dienstag um 12 Uhr einzustellen.

Der Konflikt zwischen den beiden verfeindeten Nachbarn hatte sich Anfang August wieder hochgeschaukelt, nachdem zwei Soldaten aus Südkorea durch eine angeblich von Nordkorea platzierte Mine verstümmelt worden waren. Südkorea nahm daraufhin nach elfjähriger Unterbrechung die Lautsprecher an der Grenze wieder in Betrieb, der Norden drohte mit Krieg und verlegte nach Angaben aus Seoul in den vergangenen Tagen auch Truppen und U-Boote ins Grenzgebiet.

Hochrangige Vertreter beider Länder hatten seit Samstag im Grenzort Panmunjom über eine Entspannung der Lage gesprochen. Es sind die ranghöchsten Gespräche seit einem Jahr. Südkorea war vertreten durch den nationalen Sicherheitsdirektor der Präsidentin, Kim Kwan Jin, und Vereinigungsminister Hong Yong Pyo, Nordkorea durch den Südkorea-Beauftragten Kim Yang Gon und den Top-Militär Hwang Pyong So, der von vielen als Nummer zwei hinter Staatschef Kim Jong Un angesehen wird.

Die Gespräche hatten sich hingezogen, weil beide Seiten in ihren Kernforderungen nicht nachgeben wollten. Nordkorea hatte den Süden ultimativ aufgefordert, seine Propagandasendungen über Lautsprecher mit einer Mischung aus Nachrichten und Popmusik an der Grenze zu beenden. Das kommunistische Regime in Pjöngjang drohte seinerseits mit Militärschlägen. Die Regierung in Seoul verlangte dagegen eine Entschuldigung für die Explosion einer Landmine im Grenzgebiet, für die sie den Norden verantwortlich machte.

Zeitweilig beschossen sich beide Staaten, die sich seit dem Korea-Konflikt in den 1950er Jahren formell noch im Kriegszustand befinden, mit Artillerie. Streit gab es zudem um nordkoreanische U-Boote, die die kommunistische Staatsführung an die Grenze entsandt hatte.  

Nach dem Durchbruch wollen beide Seiten nun auf eine weitere Verbesserung ihrer Beziehungen hinarbeiten, wie der südkoreanische Gesandte Kim in einer im Fernsehen übertragenen Stellungnahme sagte. Dazu solle es bald Gespräche in Seoul oder Pjöngjang geben.