Salva Kiir in Addis Abeba (Archivbild) © Tiksa Negeri/Reuters

Der Präsident des Südsudan, Salva Kiir, hat kritischen Journalisten mit dem Tod gedroht. "Pressefreiheit bedeutet nicht, dass man gegen das Land arbeitet", sagte Kiir dem Komitee zum Schutz von Journalisten (CPJ) zufolge. Wenn Medienvertreter nicht wüssten, dass im Südsudan immer wieder Menschen getötet würden, dann könne man dies wieder demonstrieren, wurde Kiir weiter zitiert.

Die Bemerkungen fielen laut CPJ am Sonntag, bevor Kiir zu Friedensverhandlungen nach Äthiopien abflog. Südsudanesische Journalisten vermuten, dass Kiir damit auf Medienkritik an den sich hinziehenden Friedensverhandlungen und die Berichte über Korruption in der Politik reagiert.

Im Südsudan wurden allein in diesem Jahr fünf Journalisten getötet, wie das CPJ in der Mitteilung vom Montag erklärte. Der Gruppe Reporter ohne Grenzen (RoG) zufolge ist die Pressefreiheit in dem Land angesichts der anhaltenden militärischen Auseinandersetzung stark erodiert. Im Ranking der Organisation wird das Land auf Platz 120 von 180 geführt. 

In dem Land kämpft Kiir seit 2013 mit seinem Widersacher und früheren Stellvertreter Riek Machar. Zwei Millionen Menschen sind vor der Gewalt geflüchtet, Zehntausende wurden seither getötet. 

Der Konflikt hat laut RoG zu einer drastischen Verschlechterung der Situation von Journalisten geführt. "Viele Journalisten mussten vor der Gewalt fliehen, viele Redaktionen den Betrieb einstellen", schreibt die Organisation in einer Bewertung des Landes. Andere seien zu "Sprachrohren von Regierung oder Rebellen" umfunktioniert worden. Immer wieder komme es zu "Drohungen und Übergriffen, Anklagen und Einschüchterungsversuchen gegen unabhängige Journalisten, besonders von staatlichen Sicherheitskräften".