Kolumbien kann nach einem halben Jahrhundert kriegerischer Auseinandersetzungen auf Frieden hoffen. Die Regierung und die linken Rebellen wollen ihren Konflikt binnen eines halben Jahres mit einer endgültigen Vereinbarung beenden. Darauf einigten sich Präsident Juan Manuel Santos und Rebellenführer Rodrigo Londono in der kubanischen Hauptstadt Havanna. Die kubanische Regierung vermittelt in dem Konflikt.

Der demonstrative Händedruck von Santos und Londono markierte einen historischen Augenblick: Die Regierung und die Rebellen der Revolutionären Bewaffneten Streitkräfte Kolumbiens (Farc) bekämpfen einander seit 1964. Dadurch starben rund 220.000 Menschen und Millionen wurden vertrieben.

In den ausstehenden Verhandlungen über den Friedensvertrag sind nach Worten von Santos noch einige schwierige Punkte zu klären. Aber die Aussichten beurteilte der Präsident als gut. "Wir werden nicht scheitern", sagte er. "Die Zeit für den Frieden ist gekommen." Farc-Chef Londono, der unter dem Kampfnamen "Timochenko" bekannt ist, sagte, nun gehe es um Vereinbarungen über einen beidseitigen Waffenstillstand, Entwaffnungen und die Umwandlung von Farc in eine legale politische Bewegung. US-Außenminister John Kerry gratulierte beiden Seiten zur vorläufigen Einigung und sprach von einem "großen Durchbruch".