Vor dem Welt-Malaria-Tag am 25. April macht ein junger Mann in den Straßen der nigerianischen Hauptstadt Lagos auf die Krankheit aufmerksam. © Pius Utomi Ekpei/Getty Images

Weltweit sterben deutlich weniger Menschen an Malaria als noch vor 15 Jahren. Die Zahl der Todesfälle soll dieses Jahr auf 438.000 zurückgehen, wie es in einem Bericht der Vereinten Nationen heißt. Im Jahr 2000 starben 839.000 Menschen an der Krankheit.

Auch die Zahl der Neuerkrankungen ist von 262 Millionen im Jahr 2000 auf hochgerechnet 214 Millionen Menschen zurückgegangen. Das sei vor allem dem besseren Schutz vor Moskito-Stichen zu verdanken, etwa durch mit Insektiziden behandelte Moskito-Netze. Seit der Jahrtausendwende seien etwa eine Milliarde solcher Netze verteilt worden. Inzwischen schlafen laut WHO mehr als zwei Drittel aller Kinder unter fünf Jahren in Subsahara-Afrika unter einem Netz. Außerdem könnte die Krankheit heute mit besonderen Tests schneller erkannt und behandelt werden.

Während Malaria in vielen Ländern nahezu ausgerottet sei, sei die Infektionsgefahr in Afrika südlich der Sahara weiter groß, warnte die Weltgesundheitsorganisation WHO. Fast 80 Prozent der weltweiten Malaria-Todesfälle werde in den Ländern südlich der Sahara gezählt, heißt es in dem UN-Bericht. Die größten Fortschritte wurden in Asien und im Kaukasus gemacht.     

Geld für Bekämpfung fehlt

Unicef-Direktor Anthony Lake warnte: "Malaria tötet vor allem Kleinkinder, vor allem in den ärmsten und abgelegensten Regionen." Zwei Drittel aller Menschen, deren Tod mit Malaria in Verbindung gebracht werde, seien Kinder unter fünf Jahren. Immerhin sei die Malaria-Todesrate bei Kindern in den vergangenen 15 Jahren um 65 Prozent gesunken.

Den am schwersten betroffenen Ländern müsse mehr Aufmerksamkeit gewidmet werden, forderten Chan und Unicef-Chef Anthony Lake. Malaria auszulöschen sei möglich. Die Eindämmung der Tropenkrankheit sei "eine der großen Erfolgsgeschichten in der öffentlichen Gesundheitsversorgung der vergangenen 15 Jahre", sagte WHO-Chefin Margaret Chan. Dadurch seien in den vergangenen Jahren 6,2 Millionen Menschen vor dem Tod bewahrt worden.

Seit dem Jahr 2000 wurden die Aufwendungen im Kampf gegen Malaria verzwanzigfacht. Um die Zahl der Malaria-Fälle, wie von der Weltgesundheitsversammlung beschlossen, bis 2030 um weitere 90 Prozent zu verringern, müsse viel mehr Geld in die Bekämpfung fließen, hieß es von der WHO. Die finanziellen Mitteln sollten sich auf 8,7 Milliarden Dollar (7,7 Milliarden Euro) pro Jahr verdreifachen.

Malaria wird durch Parasiten verursacht, die durch die Stiche infizierter Mücken übertragen werden. Die Tropenkrankheit führt über einen Befall der Leber zur Zerstörung der roten Blutkörperchen, zu Fieber, Kopfschmerzen und Erbrechen. Unbehandelt kann die Krankheit lebensbedrohlich werden, wenn die Blutversorgung lebenswichtiger Organe gestört wird.