Russland will nicht tatenlos zusehen, sollten die USA ihre Atomwaffen in Deutschland modernisieren. "Das könnte die Machtbalance in Europa verändern. Und ohne Zweifel würde das erfordern, dass Russland notwendige Gegenmaßnahmen ergreift, um die strategische Balance und Parität wiederherzustellen", sagte ein Regierungssprecher.

Die ZDF-Sendung Frontal 21 hatte am Dienstag berichtet, dass die USA auf dem Fliegerhorst Büchel in der Eifel bis zu 20 neue Atombomben vom Typ B 61-12 stationieren will. Diese sollten Atomwaffen ersetzen, die dort seit dem Kalten Krieg lagerten. Die Vorbereitungen dafür hätten bereits begonnen. Sollte es zu einem Krieg kommen, könnten deutsche Tornado-Kampfflugzeuge Angriffe mit den Atomwaffen fliegen, hieß es in dem Bericht.

Im vergangenen April hatte die Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen geantwortet, dass die USA planten, ihre Atombomben, die in Büchel lagern, einem Lebensverlängerungsprogramm zu unterziehen. Die USA haben in Europa weitere Atomwaffen in Volkel (Niederlande), Kleine Borgel (Belgien), Aviano und Ghedi (Italien) sowie in İncirlik (Türkei).

Der Spiegel hatte zuvor berichtet, dass erste Bomben ab 2020 in Europa verfügbar sein sollen und schätzungsweise etwa zehn Milliarden Dollar kosten würden. 154 Millionen Dollar seien dafür vorgesehen, um unter anderem den Fliegerhorst in Büchel besser zu sichern. Deutschland trage ein Fünftel der Kosten.

FDP und Union hatten 2009 in ihrem Koalitionsvertrag geschrieben, dass die Vereinigten Staaten alle Atomwaffen aus Deutschland abziehen müssten. Geschehen war dies auf Initiative des damaligen Außenministers Guido Westerwelle. 2012 änderte die Koalition ihre Haltung. Die Berliner Zeitung berichtete damals, dass die Regierung der Nato zugesichert habe, dass die amerikanischen Atomwaffen im Land bleiben und modernisiert werden.