Israel will wegen der anhaltenden Gewalt im Land die arabischen und jüdischen Bezirke im Ostteil von Jerusalem mit einer Mauer trennen. Das arabische Viertel Issawijeh solle eingezäunt und damit faktisch zu einer Enklave in Jerusalem werden, berichtete der israelische Rundfunk. Ein Sprecher des Außenministeriums betonte, es handele sich um reine Sicherheitsmaßnahmen und nicht um einen politischen Schritt.

Geplant ist demnach die Errichtung einer 1,5 Kilometer langen und neun Meter hohen Mauer. Sie soll vor allem verhindern, dass Palästinenser aus Issawijeh Steine und Brandsätze auf Autos werfen, die auf einer nahegelegenen Straße zwischen Jerusalem und der Siedlerstadt Maale Adummim unterwegs sind. Die Kosten des Baus werden auf umgerechnet 4,6 Millionen Euro geschätzt.

Ein anderer Teil des Viertels mit rund 20.000 Einwohnern soll mit Betonblöcken abgesperrt werden. Auch zwischen dem israelischen Viertel Armon Hanaziv und den arabischen Bezirken Dschabel Mukaber und Sur Baher sind auf einer Strecke von 300 Metern Befestigungen geplant. Hier errichtete die Polizei bereits am Sonntag provisorische Sperren.

Die Spannungen zwischen Israelis und Palästinensern hatten in den vergangenen Wochen zugenommen. Ein Grund sind Befürchtungen der Palästinenser, Israel könne den Status quo auf dem Tempelberg in Jerusalem zugunsten von Juden verändern. Mehrfach war es zu Messerattacken gekommen. Erst am Wochenende erschossen israelische Soldaten vier Attentäter. Bei einem Anschlag in der Stadt Beer Scheva wurden zwei Menschen getötet. Seit Beginn der Gewalt Mitte September starben 41 Palästinenser und 9 Israelis.

Israel hat ganz Jerusalem zur "ewigen und unteilbaren" Hauptstadt erklärt. Die Palästinenser beanspruchen dagegen den von Israel annektierten arabischen Ostteil Jerusalems als Hauptstadt eines künftigen eigenen Staates.