Israelische Soldaten haben in Jerusalem einen Juden erschossen. Die Sicherheitskräfte hätten angenommen, er sei ein Terrorist, sagte ein Polizeisprecher. Sie hätten den Mann gebeten, sich auszuweisen. Das habe dieser verweigert und stattdessen versucht, einem Soldaten eine Waffe zu entreißen, woraufhin die Soldaten das Feuer eröffneten.

Der Vorfall unterstreicht die nervöse Spannung, die in Israel nach den wochenlangen gewalttätigen Auseinandersetzungen mit Palästinensern herrscht. Anfang der Woche war ein Eritreer fälschlich für einen Angreifer gehalten und gelyncht worden.

Nach einer weiteren Messerattacke auf einen Israeli wurden nahe Jerusalem zwei arabische Angreifer von der Polizei angeschossen und schwer verletzt. Der angegriffene Israeli sei leicht verletzt worden. Die Polizisten hätten gesehen, wie die Angreifer in der Stadt Beit Schemesch auf den 25-Jährigen eingestochen hätten. Zuvor soll es eine Rangelei an einer Bushaltestelle gegeben haben.

Während der jüngsten Gewaltausbrüche seit Mitte September sind zehn Israelis und 47 Palästinenser ums Leben gekommen. Fast täglich gibt es Zusammenstöße. Die Sicherheitsvorkehrungen wurden an vielen Orten deutlich erhöht.

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu war am Mittwoch zu einem Gespräch mit Kanzlerin Angela Merkel gereist. Dabei ging es auch um die Gewalt im Nahen Osten. Am heutigen Donnerstag trifft er US-Außenminister John Kerry in Berlin.