Palästinenser werden in der Stadt Nablus Steine auf Fahrzeuge israelischer Sicherheitskräfte. © Jaafar Ashtiyeh/AFP/Getty Images

Die israelischen Streitkräfte haben in Jerusalem die Häuser von zwei Palästinensern abgerissen. Sie hatten im vergangenen Jahr tödliche Anschläge gegen Israelis begangen, Polizisten hatten die Männer unmittelbar nach den Attentaten getötet. Die Zerstörungen der Häuser erfolgten in der Nacht zum Dienstag auf Weisung des israelischen Verteidigungsministers Mosche Jaalon, teilte die Armee mit. Das Haus eines dritten, ebenfalls getöteten Attentäters wurde versiegelt.

In der Nacht zum Dienstag beschloss das israelische Sicherheitskabinett, die Verfahren zur Anordnung von Hauszerstörungen zu beschleunigen. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu beauftragte Justizministerin Ajelet Schaked damit, die juristischen Voraussetzungen zu schaffen.

Nach den jüngsten Anschlägen auf Israelis in Jerusalem und im besetzten Westjordanland hatte Netanjahu angekündigt, "die Gangart zu verschärfen". Seine Regierung werde gewaltsame Proteste und tödliche Attacken der Palästinenser mit eindämmen. Der palästinensische Präsident Mahmud Abbas warf Israel bei einem Treffen mit seinen Sicherheitsberatern vor, "die Palästinenser in die Gewalt hineinzuziehen".

Die Zerstörung der Häuser von mutmaßlichen, verurteilten oder auch getöteten Terroristen soll abschreckend auf potenzielle Attentäter wirken. Menschenrechtsorganisationen bezeichnen die Strafmaßnahme als Kriegsverbrechen. Meistens wohnen in den betroffenen Häusern die Familien der Attentäter. Sie werden nach der Zerstörung obdachlos.

In den vergangenen Tagen hatte es drei Anschläge von Palästinensern auf Israelis gegeben, bei denen vier Israelis getötet und mehrere weitere verletzt wurden, darunter ein zweijähriges Kind. Die Angreifer wurden von der israelischen Armee erschossen. Überdies erschoss die Armee am Sonntag nach palästinensischen Angaben einen 18-jährigen Palästinenser bei Unruhen in Tulkarem im Nordwesten des Westjordanlandes. Dutzende weitere wurden verletzt.

Bei Auseinandersetzungen mit israelischen Sicherheitskräften waren am Montag zwei palästinensische Teenager im Westjordanland getötet worden. Die Gewaltserie hatte am vergangenen Donnerstag begonnen, als mutmaßliche palästinensische Angreifer ein jüdisches Siedlerpaar in ihrem Auto im Westjordanland töteten. Deren vier Kinder auf dem Rücksitz blieben unverletzt. 

In der Nacht zum Montag flog die israelische Armee einen Luftangriff auf den Gazastreifen. Von dort sei zuvor eine Rakete auf israelisches Gebiet abgefeuert worden, teilte die Armee mit. Bei beiden Angriffen wurde niemand verletzt. Die UN warnten unterdessen vor einer erneuten Eskalation im Nahostkonflikt.