Im Westjordanland ist es zu einem weiteren Zwischenfall gekommen. Nach Angaben der israelischen Streitkräfte wollten etwa 100 Palästinenser eine jüdische Gedenkstätte stürmen. Ein Teil der Anlage in Nablus sei in Brand gesetzt worden, bevor Einheiten der palästinensischen Polizei die Menge verjagen und das Feuer löschen konnten. Nach der Überlieferung ist das Heiligtum die letzte Ruhestätte der biblischen Gestalt Josef, Sohn des Erzvaters Jakob. Der Schaden sei erheblich, berichtete die Website ynetnews.com. Menschen wurden nicht verletzt. 

Bei den jüngsten Ausschreitungen in Jerusalem und im Westjordanland sind bereits 32 Palästinenser und sieben Israelis getötet worden. Wegen der Krise soll am Freitag der UN-Sicherheitsrat zu einer Sondersitzung zusammenkommen. Eine Resolution wird aber nicht erwartet. Die radikalislamische Hamas rief für den heutigen Freitag zu "Demonstrationen des Zorns" im Westjordanland auf.

Die jüngsten Gewalttaten gehen zum Teil auf den Streit um die Al-Aqsa-Moschee in Jerusalem zurück. Palästinenser werfen Israelis vor, die heilige Stätte immer stärker für sich zu vereinnahmen. Israel hat jedoch erklärt, den jetzigen Zustand beibehalten zu wollen. 

Außenminister Frank-Walter Steinmeier äußerte sich "zutiefst besorgt über die anhaltende Gewalt" in Israel und den Palästinensergebieten. Beide Seiten müssten alles vermeiden, was die Spannungen anheize. "Wir brauchen den Wiedereinstieg in einen politischen Prozess, der eine Perspektive auf eine nachhaltige Lösung des Konflikts schafft", sagte der SPD-Politiker.