Als Reaktion auf einen Raketenbeschuss hat die israelische Luftwaffe einen Angriff im Gazastreifen geflogen. Beschossen worden sei eine Terroreinrichtung der radikalislamischen Hamas im Norden des Küstengebiets, teilte Armeesprecher Peter Lerner mit. Zuvor war seinen Angaben zufolge eine Rakete aus dem Gazastreifen auf den Süden Israels abgefeuert worden. Sie sei in unbewohntem Gebiet eingeschlagen und habe niemanden verletzt. Einem Bericht der Jerusalem Post zufolge bekannte sich die Scheich-Omar-Hadid-Brigade, die der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) nahe stehen soll, zu der Attacke.

Zuvor wurde bei Zusammenstößen zwischen der israelischen Armee und Palästinensern im Westjordanland nach palästinensischen Angaben ein junger Palästinenser getötet. Der 18-Jährige wurde nach Angaben von Polizei und Medizinern bei Unruhen im Nordwesten des von Israel besetzten Gebietes durch Schüsse tödlich verletzt. Wie die Jerusalem Post schrieb, hatten 100 bis 200 Palästinenser Steine und Brandbomben auf Einsatzkräfte geworfen. Die offizielle palästinensische Nachrichtenagentur Wafa berichtete von vielen Verletzten im Raum Hebron, die Tränengas eingeatmet hätten.

Im Westjordanland war am Donnerstagabend ein jüdisches Siedlerpaar in seinem Auto erschossen worden. Bei nachfolgenden Racheakten israelischer Siedler sowie Razzien und Kontrollen der Armee erlitten am Wochenende 77 Palästinenser Schusswunden durch scharfe Munition und Gummigeschosse, wie der Rote Halbmond mitteilte.

Anschläge in Jerusalem

Auch in Jerusalem ist die Lage wegen eines Streits um die Nutzung des Tempelbergs angespannt. In der Nacht zum Sonntag hatte ein Mann in Jerusalem einen 15-jährigen Israeli niedergestochen und verletzt und war dann von Polizisten erschossen worden. Nur wenige Stunden zuvor hatte ein Palästinenser in der Altstadt zwei Israelis mit einem Messer tödlich verletzt. Der Mann wurde ebenfalls von Polizisten erschossen. Israel verbot Palästinensern aus dem Westjordanland am Sonntag für zwei Tage den Zutritt zur Jerusalemer Altstadt. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu traf sich am Sonntag nach Angaben seines Sprechers mit führenden Behördenvertretern, um über Sicherheitsmaßnahmen zu beraten.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon teilte mit, er sei sehr besorgt, dass die Vorfälle Vorzeichen eines "gefährlichen Abgleitens hin zur Eskalation" seien. Es beunruhige ihn auch, dass militante palästinensische Gruppen die tödlichen Anschläge gelobt hätten. Ban rief alle Beteiligten dazu auf, Gewalt zu verurteilen, und Ruhe zu bewahren, um eine weitere Eskalation zu verhindern. In mehreren Orten im Westjordanland gerieten Palästinenser und israelische Sicherheitskräfte aneinander.