Die Enthüllungsplattform WikiLeaks hat Informationen ins Netz gestellt, die aus dem persönlichen E-Mail-Konto von CIA-Direktor John Brennan stammen sollen. Unter den Dokumenten ist unter anderem ein teilweise ausgefüllter Antrag Brennans auf eine Top-Secret-Sicherheitsberechtigung, der unter anderem die Sozialversicherungsnummer seiner Frau und die Namen mehrerer früherer Kollegen vom US-Inlandsgeheimdienst enthält.

Die CIA erklärte in einer Stellungnahme, "das Anzapfen der E-Mails der Familie Brennan ist eine Straftat". Es gebe keine Anzeichen dafür, dass es sich bei einem der Dokumente um geheime Informationen gehandelt habe.

In den E-Mails ist ein Schreiben des früheren Senators Christopher Bond an weitere Mitglieder des Geheimdienstausschusses, in dem sich Bond dafür ausspricht, künftig nur noch explizit verbotene Verhörmethoden wie Waterboarding oder Stromstöße aufzulisten und nicht die ausdrücklich in einem Handbuch des Militärs erlaubten Methoden als Maßstab zu nehmen. Dies würde die Geheimdienste in die Lage versetzen, neue Methoden zu entwickeln, die "dennoch mit dem Gesetz übereinstimmen", schrieb der Senator. Alle enthüllten Dokumente stammen aus der Zeit vor 2009, also bevor Brennan als Anti-Terror-Berater ins Weiße Haus kam. 

Cyberattacke als Protest gegen die US-Außenpolitik

In einer nach Obamas Wahlsieg im Jahr 2009 verfassten Notiz Brennans, die offenbar für den Präsidenten gedacht war, beschäftigt Brennan sich mit dem Umgang mit dem Iran. Der Iran sei geostrategisch "von enormer Bedeutung" und die USA hätten gar keine andere Wahl, als mit Teheran auszukommen – egal, welche Regierung dort gerade an der Macht sei, heißt es in dem Papier. 

Der damalige Berater warb für eine pragmatische Herangehensweise nach dem Motto Zuckerbrot und Peitsche, derer sich die US-Regierung letztlich zum Teil bedienen sollte, um Teheran zu Verhandlungen über eine Zähmung seines Atomprogramms zu bewegen. In der Notiz findet sich zudem Kritik an Barack Obamas Vorgänger George W. Bush. "Unbegründet" habe dieser den Iran als Teil der weltweiten "Achse des Bösen" gebrandmarkt, schrieb Brennan.

Als mutmaßlicher Hacker gab sich ein Mann zu erkennen, der sich im Gespräch mit der Zeitung The New York Post als Schüler vorstellte, der mit seiner Cyberattacke gegen die US-Außenpolitik protestieren wollte. Dazu habe er sich als Mitarbeiter der Telekommunikationsfirma Verizon ausgegeben und so einen anderen Angestellten dazu gebracht, Informationen über Brennans Konto preiszugeben.