Angesichts der Anschläge in Paris, die vermutlich vom "Islamischen Staat" (IS) verübt wurden, wollen die Staats- und Regierungschefs der 20 wichtigen Industrie- und Schwellenländer verstärkt gegen die Terrormiliz vorgehen. Die Finanzströme des "Islamischen Staates" sollen laut einem Beschluss des G-20-Gipfels in der Türkei möglichst zerstört werden. Frankreichs Finanzminister Michel Sapin sagte, alle G-20-Partner hätten sich dazu bereit erklärt. Verdächtige Geldbewegungen, die nach Finanzierung von Terroristen aussähen, sollen ins Visier genommen werden. Ferner soll die Zusammenarbeit der Geheimdienste verbessert werden, um Terroristen aufzuspüren.

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) beriet mit Russlands Präsidenten Wladimir Putin über Möglichkeiten für einen Friedensprozess in Syrien. Grundlage für das 40-minütige Zweier-Treffen am Rande des Gipfels war die Syrien-Konferenz der Außenminister in Wien am Vortag, hieß es in deutschen Regierungskreisen.

Zuvor hatten sich Putin und US-Präsident Barack Obama gemeinsam für Friedensverhandlungen für Syrien unter Vermittlung der Vereinten Nationen ausgesprochen – so wie es in Wien vereinbart worden war. Der dort besprochene Fahrplan sieht vor, dass in sechs Monaten eine Übergangsregierung stehen soll. Wahlen unter UN-Aufsicht sollen in 18 Monaten stattfinden.

Von dem für Montagnachmittag erwarteten Abschlusskommuniqué wurde ein starkes Signal gegen den weltweiten Terrorismus erwartet. Die G-20-Staaten wollen sich darin auch verpflichten, ihre Hilfe für die Flüchtlinge auszuweiten und die Verantwortung besser zu verteilen.