Tausende Menschen haben in London gegen die Luftangriffe gegen den IS in Syrien demonstriert. "Wir wollen nicht noch einen Krieg" und "David Cameron, schäm dich", riefen die Demonstranten vor dem Regierungssitz. Das britische Parlament will in der kommenden Woche entscheiden, ob das Land künftig den IS nicht nur im Irak, sondern auch in Syrien bekämpfen wird. Es gilt als wahrscheinlich, dass eine Mehrheit der Abgeordneten für diese Pläne stimmt.

Die Organisatoren der Demonstration forderten eine nichtmilitärische Lösung. "Dies ist ein Konflikt, der nicht durch Bomben gelöst werden kann und wird", sagte Andrew Murray, der den Protest anführte. Prominente Persönlichkeiten wie der Musiker Brian Eno und der Filmregisseur Ken Loach unterzeichneten einen offenen Brief gegen einen britischen Militäreinsatz in Syrien.

Auch in Madrid demonstrierten Tausende Menschen unter dem Motto "Nein zum Krieg". Zu den Protesten hatte ein von Künstlern gestartetes Bürgerbündnis aufgerufen, dem sich innerhalb weniger Tage 34.000 Menschen angeschlossen hatten. Spaniens konservativer Regierungschef Mariano Rajoy versicherte, er werde nichts überstürzt entscheiden. Mitte Dezember wird in Spanien ein neues Parlament gewählt.

Frankreichs Präsident François Hollande wirbt in Folge der Anschläge von Paris um Partner, die sich an einem Militärbündnis gegen den IS beteiligen. Am Freitag hatte er die britischen Parlamentarier aufgefordert, auch einem Militäreinsatz in Syrien zuzustimmen. "Ich kann nur alle britischen Abgeordneten aufrufen, in Solidarität mit Frankreich, aber vor allem im Bewusstsein für den Kampf gegen den Terrorismus, dieser Intervention zuzustimmen."

Dass Deutschland seine Beteiligung an dem Bündnis zugesagt hat, nahm Hollande positiv auf. In der kommenden Woche wird der Bundestag entscheiden, ob Deutschland sich mit Kampfflugzeugen und einer Fregatte an dem Kampf gegen den IS beteiligt. Die Bundesregierung hatte aber klargestellt, dass es dabei um Aufklärungsflüge und nicht um eigene Luftangriffe gehen soll. Dazu sagte Hollande, er hoffe, dass Deutschland entsprechende Schritte gehen werde im Sinne der französisch-deutschen Freundschaft.