Die USA wollen trotz der Warnungen Chinas ihre Patrouillenfahrten im Südchinesischen Meer fortsetzen. Verteidigungsminister Ashton Carter sagte auf einer Veranstaltung im kalifornischen Simi Valley, sein Land habe sich schon in der Vergangenheit weltweit für die Freiheit der Schifffahrt eingesetzt und werde das auch künftig tun. Der US-Zerstörer Lassen war im Oktober in die Zwölf-Meilen-Zone um mehrere von China errichtete künstliche Inseln des Spratly-Archipels gefahren und hatte damit die von China beanspruchten Hoheitsrechte in dem Gebiet massiv in Zweifel gestellt.

Der chinesische Verteidigungsminister Chang Wanquan hatte daraufhin in einem Gespräch mit Carter gewarnt, die US-Regierung habe mit ihrer Marinepatrouille den Frieden in der Region gefährdet. Die USA sollten in Zukunft alle "gefährlichen Aktionen" unterlassen, die die Souveränität Chinas gefährdeten.

Carter sagte, das Verhalten Chinas in dieser Sache werde zeigen, wie ernst es das Land mit seiner Verpflichtung zu Frieden und Sicherheit nehme. Die USA seien "besorgt" über die "Geschwindigkeit und das Ausmaß" der Besitzansprüche und des Ausbaus militärischer Anlagen in dem Seegebiet. Damit wachse das Risiko von "Fehleinschätzungen oder Konflikten" unter den Ansprüche erhebenden Staaten.

Sechs Anrainerstaaten erheben Ansprüche

Die Inselgruppe liegt an einer der wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt, an der zudem auch Öl- und Gasvorkommen vermutet werden. Neben China erheben dort auch Vietnam, Malaysia, Brunei, die Philippinen und Taiwan Ansprüche.

Peking baut dort mehrere Korallenriffe durch Aufschüttungen zu künstlichen Inseln aus und treibt auf einem der Riffe offenbar sogar den Bau einer Start- und Landebahn voran. Washington wies Chinas Ansprüche auf die Gewässer um die künstlichen Inseln bereits wiederholt zurück.

Carter hatte zuvor den Flugzeugträger USS Theodore Roosevelt in der Region besucht, dessen Präsenz er als "Zeichen für die entscheidende Rolle" wertete, die den US-Streitkräften in der für die USA "wichtigen Region" zukomme.