Das Repräsentantenhaus der USA stimmte für eine Verschärfung der Aufnahmekontrollen bei Flüchtlingen. © Chip Somodevilla/Getty Images

Das US-Repräsentantenhaus hat ein Gesetz zu schärferen Kontrollen von Flüchtlingen aus Syrien und dem Irak beschlossen. Mit einer großen Mehrheit von 289 zu 137 Stimmen unterstützen die Abgeordneten die Verschärfung der Aufnahmekontrollen für Flüchtlinge aus Syrien und dem Irak. Die Republikaner hatten den Gesetzentwurf zur Abstimmung gebracht, neben ihnen stimmten aber auch Demokraten für den Vorschlag.

Bereits vor der Abstimmung hatte Präsident Barack Obama angekündigt, sein Veto gegen dieses Gesetz einzulegen. Obama hatte vorgesehen, rund 10.000 Syrer aufzunehmen. Die große Zahl an Pro-Stimmen könnte aber reichen, um auch das Veto des Präsidenten zu überstimmen, berichtet die Nachrichtenagentur AP.

Das neue Gesetz sieht vor, dass jeder Flüchtling sich einer Kontrolle durch das FBI unterziehen muss. Erst wenn die Behörde dem Kongress mitteilt, dass von der kontrollierten Person keine Gefahr für die USA ausgeht, wird die Einreise genehmigt. Bereits jetzt überprüfen die US-Behörden allerdings jeden Asylbewerber genau, oft dauert der mehrstufige Prozess bis zu zwei Jahre.

USA - Was hilft im Kampf gegen den Terrorismus? 27 US-Gouverneure wollen in ihren Bundesstaaten keine Flüchtlinge aus Syrien aufnehmen – aus Angst vor Terroristen. Und auch CIA-Chef John Brennan warnt vor weiteren Anschlägen des "Islamischen Staates".

Seit den Terroranschlägen in Paris wird in den USA die Aufnahme von Flüchtlingen schärfer debattiert. Kurz nach den Attentaten verkündeten etwa einige Gouverneure, keine Flüchtlinge in ihren Bundesstaaten aufnehmen zu wollen. Mit dem Verweis auf mögliche terroristische Bedrohungen begründeten nun auch die Republikaner den Beschluss. "Es ist gegen die Werte unserer Nation und die Werte einer freien Gesellschaft, Terroristen die Lücke zu öffnen, die sie suchen", sagte Fraktionsvorsitzender der Republikaner, Kevin McCarthy.

Präsident Obama kritisiert die Entscheidung scharf. Das Gesetz würde "unnötige und unmögliche" Auflagen einführen, teilte das Weiße Haus mit. Die Flüchtlinge gehörten zu "den verletzlichsten Menschen in der Welt", viele von ihnen seien selbst Opfer von Terrorismus.